AST SpaceMobile hat am Montag nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Zwar konnte der Satelliten-Spezialist den Umsatz im Jahresvergleich massiv steigern, blieb damit aber dennoch hinter den Schätzungen der Wall Street zurück. Auch beim Verlust wurden die Erwartungen verfehlt. Die Aktie reagiert dementsprechend.
Im zweiten Quartal lag der Umsatz bei 31,5 Millionen Dollar. Damit vervielfachte sich der Erlös gegenüber dem Vorjahresquartal, als lediglich 1,16 Millionen Dollar zu Buche standen klar. Die Analysten hatten allerdings mit mehr als 34 Millionen Dollar gerechnet (DER AKTIONÄR berichtete).
Der starke Anstieg zeigt zwar, dass die Kommerzialisierung des Geschäfts allmählich an Fahrt gewinnt. Noch basiert ein wesentlicher Teil der Einnahmen allerdings auf Gateway-Lieferungen und Regierungsaufträgen. Die großen wiederkehrenden Erlöse aus dem Satellitennetzwerk müssen erst noch folgen. Genau hier liegt derzeit der entscheidende Punkt für die Bewertung der Aktie.
Verlust deutlich höher als erwartet
Noch kritischer fällt der Blick auf die Ergebnisseite aus. AST SpaceMobile verbuchte im zweiten Quartal einen Nettoverlust von rund 231 Millionen Dollar beziehungsweise rund 0,77 Dollar je Aktie. Damit fiel der Verlust deutlich höher aus als der von Analysten erwartete Wert von 0,29 Dollar je Aktie.
Die operativen Aufwendungen beliefen sich auf 329 Millionen Dollar. Darin enthalten war allerdings auch ein erheblicher Sondereffekt im Zusammenhang mit einer unfreiwilligen Konversion. Der hohe Mittelabfluss bleibt dennoch eines der zentralen Probleme. Denn der Aufbau einer globalen Satellitenkonstellation verschlingt enorme Summen, bevor sich das Geschäftsmodell in großem Stil auszahlen kann.
Milliarden auf der hohen Kante
Für Anleger gibt es in diesem Zusammenhang allerdings auch eine wichtige positive Nachricht: AST SpaceMobile verfügt über eine komfortable Liquiditätsposition. Zum Ende des Quartals lagen rund 2,7 Milliarden Dollar an Barmitteln in der Kasse. Nach der im Juli abgeschlossenen Kapitalmaßnahme steigt die Pro-forma-Gesamtliquidität sogar auf rund 3,7 Milliarden Dollar.
Damit besitzt AST SpaceMobile ausreichend finanziellen Spielraum, um den weiteren Ausbau der Konstellation voranzutreiben. Insgesamt befinden sich inzwischen 13 Satelliten im Orbit. Gleichzeitig schreitet die Produktion der nächsten BlueBird-Satelliten voran – die Modelle 17 bis 46 befinden sich bereits in der Pipeline.
Für Anleger bleibt nun vor allem die Frage, ob AST SpaceMobile seine Jahresziele erreichen kann. Das Management peilt für 2026 weiterhin einen Umsatz von 150 bis 200 Millionen Dollar an. Nach den schwächer als erwarteten Q2-Zahlen muss das Unternehmen im weiteren Jahresverlauf entsprechend deutlich an Dynamik gewinnen.
Die langfristige Story bei AST SpaceMobile bleibt ebenso wie die bei Rocket Lab spannend: Mit seinen Satelliten will das eine direkte Verbindung zwischen handelsüblichen Smartphones und dem Weltraum ermöglichen und damit eine globale Mobilfunkabdeckung schaffen. Der Weg dorthin ist allerdings kapitalintensiv und operativ anspruchsvoll. Zudem nimmt der Wettbewerbsdruck durch Starlink von Musks Raumfahrtunternehmen kontinuierlich zu. In diesem Umfeld reichen die erzielten Resultate nicht aus, um den Kurs weiter anzutreiben. Nachbörslich geht es um rund zwei Prozent abwärts.
10.08.2026, 23:10
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