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29.10.2015 Jonas Groß

Apple eine tickende Zeitbombe!?

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Die Analysten sind bei Apple überwiegend bullish eingestellt: 47 Experten raten zum Kauf, 7 zum Halten und 2 zum Verkauf. Einer der pessimistischsten Analysten ist Adnaan Ahmad von der Berenberg Bank. Er bestätigte seine Verkaufsempfehlung für die Apple-Aktie mit einem Kursziel von 85 Dollar. Somit rechnet er im nächsten Jahr mit einem Kursrücksetzer um über 30 Prozent. Gründe sind die geringe Diversifizierung, Probleme in China und das neue Finanzierungsprogramm für das iPhone.

Geringe Diversifizierung

Als ersten Grund nennt der Experte die sehr hohe Abhängigkeit vom iPhone. Apple sei demnach ein „Ein-Produkt-Unternehmen“, in dem 85 Prozent des operativen Gewinns vom Smartphone generiert werden. Das Problem: Der iPhone-Absatz verliere schon an Schwung beziehungsweise dürfte sehr bald an Schwung verlieren. Das werde sich stark auf den Unternehmensgewinn auswirken. Alle Versuche, die Abhängigkeit vom Smartphone zu reduzieren, wie die Apple Watch, Music, Pay und TV, scheiterten, so der Experte.

Probleme in China

Der chinesische Markt wuchs im vergangenen Quartal deutlich. China sorge aktuell für 70 Prozent des Wachstums – gegenüber 55 Prozent in den letzten Quartalen, so der Analyst. Vor allem das stark rückläufige Wirtschaftswachstum in China dürfte Apple stark beeinträchtigen. Huawei, das 2015 rund 100 Millionen Geräten ausliefern will, sei durch seine neuen Modelle ein ernster Konkurrent für Apple. „Wir sind der Überzeugung, dass Samsung und Huawei neben lokalen Anbietern aus Indien und anderen Ländern, den Marktanteil Apples weiter nach unten drücken werden“, so Ahmad.

Problem des Finanzierungsprogramms

Außerdem sieht der Analyst ein Problem in Apples Finanzierungsprogramm für das iPhone, durch das es möglich ist, nach zwölf Monaten auf ein neueres Smartphone-Modell zu wechseln. Demnach dürfte Apple versuchen, die bereits eingetauschten, ein Jahr alten Geräte mit einem Rabatt weiterzuverkaufen. Da sich das aktuelle iPhone-Modell äußerlich kaum vom Vorgängermodell unterscheidet, dürfte das wiederum dazu führen, dass immer mehr Kunden das ein Jahr alte Smartphone kaufen, anstatt des neuen, teureren Produkts. Adnaan Ahmad rechnet damit, dass diese Entwicklung zu rückläufigen Verkaufspreisen und somit zu sinkenden Deckungsbeiträgen führt.

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Risiko ja, aber aktuell höhere Chance

Ohne Zweifel: Die Abhängigkeit vom iPhone ist groß. Doch aktuell läuft das Geschäft mit den Smartphones sehr gut. In diesem Geschäftsjahr konnte der Umsatz mit iPhone-Verkäufen um fast 50 Prozent auf 155 Milliarden Dollar erhöht werden. Der chinesische Markt generiert derzeit „nur“ 25 Prozent der Umsätze. Sollte dieser Markt nicht dramatisch einbrechen, dürften die Auswirkungen für Apple eher klein ausfallen. DER AKTIONÄR behält das Problem der iPhone-Abhängigkeit im Auge. Kurzfristig überwiegen allerdings die Chancen. DER AKTIONÄR spekuliert im 10-Prozent-plus-Depot auf steigende Kurse.

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