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12.06.2020 Andreas Deutsch

Amazon: So wertvoll wie der ganze DAX

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Amazon.com

In der Corona-Krise ist Amazon präsenter denn je. Der US-Internetkonzern profitiert zum einen vom Boom der Online-Bestellungen, zum anderen verdient Amazon mit seiner Cloud-Sparte AWS viele Geld am stetig steigenden Datenvolumen im Zuge der Pandemie. Nach dem Dip vom Donnerstag gibt die Aktie am Freitag wieder Gas.

Wie wertvoll wird Amazon noch? Behält RBC-Analyst Mark Mahaney Recht, ist der Internetkonzern an der Börse bald 1,6 Billionen Dollar schwer. Zum Vergleich: Alle 30 DAX-Werte kommen derzeit auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 1,3 Billionen Dollar.

Keine Frage: Amazon ist einer der Top-Gewinner in der Krise. Während viele Einzelhändler ums Überleben kämpfen – und einige davon diesen Kampf wohl nicht gewinnen werden –, kann sich Amazon vor Bestellungen kaum retten. Im ersten Quartal stieg der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um rund ein Viertel auf fast 76 Milliarden Dollar.

Für das Gesamtjahr erwarten die Analysten Erlöse in Höhe von 350 Milliarden Dollar. Wegen der coronabedingten Kosten und Investitionen werde der Gewinn allerdings voraussichtlich auf acht Milliarden Dollar sinken.

Für die kommenden Jahre sagen die Experten allerdings dann auch wieder anziehende Gewinne vorher. So liegt der Schnitt der bisher für 2022 abgegebenen Schätzungen beim Umsatz bei 490 Milliarden Dollar und beim Gewinn bei 25 Milliarden Dollar.

Amazon könne derzeit alle Stärken ausspielen, so DZ-Bank-Experte Ingo Wermann in einer aktuellen Studie. Er geht davon aus, dass der Internetkonzern während der strengen Einschränkungen in der Corona-Pandemie zahlreiche Konsumenten, die sich bislang beharrlich dem Onlinehandel verweigert und nun dessen Vorzüge erstmals erlebt haben, als dauerhafte Kunden gewonnen hat.

„Dies sollte sich auch positiv auf die Mitgliederzahl des Kundenbindungsprogramms 'Prime' auswirken“, so Wermann.

Sollte der Konzern bei der bevorstehenden Auktion für die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga zum Zuge kommen, was als wahrscheinliche gelte, werde dies die Attraktivität des "Prime"-Angebots in Deutschland spürbar erhöhen.

„Auch außerhalb des Onlinehandels bieten sich dem Unternehmen große Wachstumschancen. Zum einen dürfte die Cloud-Sparte AWS von den Trends zu mehr Homeoffice, Online-Lernen und -Gaming profitieren." Zudem dürfte auch das Geschäft mit der Onlinewerbung stark zulegen.

Wermann erhöhte den fairen Wert für die Aktie von 2.650 Dollar auf 3.050 Dollar.

Amazon.com (WKN: 906866)

Nach Einschätzung des AKTIONÄR ist Amazon einer der Konzerne, die in den kommenden Jahren in unserem Leben eine noch bedeutendere Rolle spielen wird. Von daher ginge ein Börsenwert von 1,6 Billionen (oder höher) absolut in Ordnung. Jeder Dip – so wie am Donnerstag – ist im Fall Amazon eine glasklare Kaufchance.  

(Mit Material von dpa-AFX)  

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