28.10.2019 Andreas Deutsch

Amazon: Nächster Nackenschlag

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Nach einem umstrittenen Vergabeverfahren hat das US-Verteidigungsministerium Microsoft einen Cloud-Computing-Auftrag erteilt – und sich damit gegen Amazon entschieden. Im Vertrag ist eine Obergrenze von bis zu zehn Milliarden Dollar festgeschrieben. Setzt sich nun der Tiefflug der Amazon-Aktie fort?

"Wir sind überrascht von diesem Ergebnis", zitierte die 2013 von Bezos aufgekaufte Washington Post Amazon-Sprecher Drew Herdener. Amazon Web Services sei der klare Marktführer im Cloud Computing, und eine detaillierte Bewertung der Angebote führe eindeutig zu einem anderen Schluss.

Während das Pentagon das Vergabeverfahren als "fair" bezeichnete, erwarten Experten laut Washington Post, dass Amazon das Ergebnis vor Gericht anfechten wird.

Amazon galt lange als Favorit im Rennen um den Zuschlag. Angesichts der anhaltenden Kritik von US-Präsident Donald Trump an Amazon-Chef Jeff Bezos stellten einige Experten jedoch schon vor der Vergabe des Vertrags den Ausgang in Frage.

Derweil hat die US-Investmentbank Goldman Sachs das Kursziel für Amazon nach den Quartalszahlen von 2.350 auf 2.200 Dollar gesenkt, die Einstufung aber auf „Conviction Buy List“ belassen.

Die Abschwächung des Wachstums der Tochter AWS schüre Sorgen um einen zunehmenden Wettbewerb, schrieb Analyst Heath Terry in einer am Freitag vorliegenden Studie. Der Druck auf die operativen Margen resultiere vor allem aus den Anstrengungen des Online-Händlers zur Beschleunigung der Auslieferungen.

Amazon.com (WKN: 906866)

DER AKTIONÄR bleibt bei seiner optimistischen Einschätzung zu Amazon. Die Quartalszahlen waren nicht so schlecht, wie es die Kursreaktion widerspiegelt. Für Anleger, die Durststrecken wie die derzeitige aushalten können, kommt die Kursschwäche gerade recht – sie kaufen.

(Mit Material von dpa-AFX)