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05.06.2020 Andreas Deutsch

Amazon: Elon Musk ist stinksauer – „das ist verrückt“

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Amazon.com

Was ist denn mit Elon Musk los? Nach seiner erfolgreichen Weltraummission wendet sich der Tesla-Chef völlig überraschend einem ganz anderen Thema zu. Musk hat auf Twitter die Zerschlagung des weltgrößten Onlinehändlers Amazon gefordert. Würde dieser Schritt den Erfolgskurs des Bezos-Konzerns aufhalten?

„Es ist an der Zeit, Amazon aufzuspalten. Monopole sind unrecht!", so Musk in seinem Tweet. Der 48-Jährige empörte sich darüber, dass Amazon angeblich den Verkauf eines Buchs ablehnte, das sich kritisch mit Lockdown-Strategien in der Corona-Pandemie befasst. „Das ist verrückt", erklärte er und adressierte dabei auch direkt den Twitter-Account von Amazon-Chef Jeff Bezos.

Musk ist ein großer Kritiker der Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, wegen der zu seinem großen Ärger unter anderem auch Teslas Produktion zwischenzeitlich gestoppt werden musste.

Im Mai hatte Musk gefordert, den Menschen „ihre gottverdammte Freiheit" zurückzugeben und die Lockdown-Maßnahmen sogar als „faschistisch" bezeichnet.

Die Tech-Milliardäre Musk und Bezos sind in einigen Geschäftsbereichen Rivalen, sie konkurrieren vor allem mit ihren Weltraumfirmen SpaceX und Blue Origin. Zudem stützt Amazon den Tesla-Kontrahenten Rivian als Investor.

Amazon in Einzelteilen
Morningstar

Amazon ist an der Börse aktuell 1,22 Billionen Dollar wert, was knapp über der Sum-of-the-parts-Analyse der Ratingagentur Morningstar liegt. DER AKTIONÄR schätzt den fairen Wert von Amazon auf 1,57 Billionen Dollar (Kursziel: 2.800 Euro). Der Grund: Die Rolle, die Amazon im Geschäft mit Gesundheit, Versicherungen oder Werbung spielen kann, ist noch nicht annähernd im Kurs eingepreist. Fazit: Anleger sollten vor einer Aufspaltung keine Angst haben. Dann nämlich würde man erst erkennen, was die einzelnen Sparten wirklich wert sind. Die Aktie bleibt ein klarer Kauf. 

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