02.05.2020 Andreas Deutsch

Amazon: Dubiose Praktiken? Bezos unter Druck

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Ärger für den erfolgsverwöhnten E-Commerce- und Cloud-Giganten Amazon. Gründer und CEO Jeff Bezos soll US-Abgeordneten wegen angeblicher dubioser Praktiken bei der Produktentwicklung Rede und Antwort stehen. Der Justizausschuss des Repräsentantenhauses forderte Bezos in einem am Freitag veröffentlichten Brief zur Aussage auf.

Hintergrund der Amazon-Affäre ist eine Recherche des Wall Street Journal, laut der Amazon-Mitarbeiter Daten anderer Verkäufer auf der Plattform ausspionierten und für die Entwicklung eigener Produkte nutzten.

Der Vorsitzende des Justizausschusses, Jerrold Nadler, ein Spitzenpolitiker der Demokraten, verdächtigt Amazon-Vertreter, bei früheren Anhörungen falsche Angaben zu dem Sachverhalt gemacht zu haben. Bezos selbst hat bislang – als einziger Chef eines der großen US-Techkonzerne – noch nie selbst vor dem Kongress aussagen müssen.

Amazon hatte die Vorwürfe, dass Mitarbeiter vertrauliche Verkäuferdaten zum eigenen Vorteil ausnutzen, zurückgewiesen.

Amazon.com (WKN: 906866)

Die starke Marktstellung, die Amazon im Laufe der Jahre erreicht hat, ist einigen Politikern in den USA seit Längerem ein Dorn im Auge – sie sähen den Konzern am liebsten aufgespalten. Möglicherweise nimmt die Diskussion angesichts der Vorwürfe jetzt wieder an Fahrt auf. Ein Drama wäre das nicht – wäre dann etwa endlich für jedermann der wahre Wert der Cloud-Sparte AWS erkennbar. DER AKTIONÄR schätzt den Wert auf 322 Milliarden Dollar (7faches Umsatzmultiple für 2020), was 28 Prozent der kompletten Amazon-Marktkapitalisierung entspricht. Für Langfristinvestoren kann die Schwächephase nach den Quartalszahlen nur eines bedeuten: eine glasklare Kaufchance. 

(Mit Material von dpa-AFX) 

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