01.03.2019 Andreas Deutsch

Amazon: Diese Sparte ist ein Gigant - und wächst und wächst immer weiter

-%
Amazon
Trendthema

Als E-Commerce-Unternehmen gestartet, ist Amazon im Jahr 2019 längst viel mehr. Der Bezos-Konzern hat in etlichen Bereichen riesiges Potenzial: Cloud, Fintech, Healthcare, Versicherungen, E-Commerce-Werbung. Vor allem eine Tochter wird den Anlegern sehr wahrscheinlich noch sehr viel Freude machen.

Großspurigkeit ist nicht seine Sache. „Wir machen zwar 30 Milliarden Dollar Umsatz“, so Andy Jassy, Chef der Amazon-Cloud-Sparte AWS, im Interview mit CNBC. „Aber es ist klar: Wir stehen noch am Anfang.“

Amazon habe im Cloud-Bereich eine Führungsrolle übernommen, weil das Unternehmen in der Lage war, seinen Service zu skalieren und die Kosten für Kunden zu senken. Für die Kunden hätte es sich so mehr gelohnt, sich für AWS zu entscheiden, als ein eigenes System aufzubauen.

Grafik: Turbo-Wachstum bei AWS

Statista: Amazon, Statista

AWS ist eines der Top-Juwelen in der Amazon-Schatztruhe. Die Sparte wächst beim Umsatz mit 45 Prozent und könnte bald zu groß werden, um unter dem Amazon-Dach noch Platz zu haben. Das jedenfalls denken die US-Kartellwächter. Möglicherweise bringt Bezos die Sparte deshalb noch dieses Jahr an die Börse.

Brent Thill, Analyst von Jefferies, bewertet AWS mit 350 Milliarden Dollar. Der Experte erwartet bis 2022 einen Umsatz von 71 Milliarden Dollar. Das bedeutet, Thill geht von einer leichten Umsatzabschwächung im Laufe der Jahre aus. Das von ihm angesetzte KUV von 5 geht absolut in Ordnung und könnte sogar zu konservativ sein. Die Deutsche Bank hatte AWS in einer Studie von 2015 ein KUV von 10 zugestanden.

Gelingt es Bezos, die Sparte zu 350 Milliarden an die Börse zu bringen, wäre AWS mit einem Schlag eines der zehn größten Unternehmen der Welt.

Amazons Marktkapitalisierung beträgt aktuell 805 Milliarden Dollar – AWS inklusive. Also bekommt man derzeit den kompletten Rest für nur 455 Milliarden Dollar. Das ist günstig. Fairer wäre diese Rechnung: Das E-Commerce-Geschäft samt Werbebusiness kann man mit 500 Milliarden Dollar bewerten. Darüber hinaus kann Amazon eine dominante Rolle als Fintech, Healthcare-Unternehmen und Versicherung spielen. Im Peer-Group-Vergleich sollte jeder dieser Bereiche auf 100 Milliarden Dollar kommen. Ergibt einen Börsenwert von 1.150 Milliarden Dollar.

Klarer Kauf

Amazon ist eine Top-Wachstumsstory, die noch längst nicht ausgereizt ist. DER AKTIONÄR bleibt klar bullish.

Buchtipp: The Four

Cambridge Analytica, Datenleaks, Steuerflucht: Die Tech-Giganten Amazon, Apple, Facebook und Google – oder wie Marketing-Guru Scott Galloway sie nennt: die vier apokalyptischen Reiter – werden von Skandalen geplagt. Und doch sind sie mächtiger und erfolgreicher als je zuvor. Man kann sie weder ignorieren noch boykottieren. Sie haben mit ihren Geschäftsmodellen die Regeln des Wirtschaftslebens und die Voraussetzungen für Erfolg neu definiert. Scott Galloway führt vor, wie die Vier unsere grundlegenden emotionalen Bedürfnisse mit einer Schnelligkeit und in einem Ausmaß manipulieren, an die andere nicht herankommen. Und er zeigt, welche Lehren man aus ihrem Aufstieg für sein eigenes Unternehmen oder seinen eigenen Job ziehen kann. Ob man mit ihnen konkurrieren, mit ihnen Geschäfte machen oder einfach in der Welt leben will, die von ihnen beherrscht wird – man muss die Vier verstehen

Autoren: Galloway, Scott
Seitenanzahl: 320
Erscheinungstermin: 05.03.2020
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-682-0