Werden digitale KI-Kanäle wie etwa der neue Meta-Agent Muse zum Risiko oder zur Chance für die Allianz? Das Analysehaus Jefferies warnt in dieser Frage vor vorschnellen Schlüssen: Der Versicherer könnte von dem Megatrend sogar profitieren. Insbesondere seine Größenvorteile würden vom Markt unterschätzt.
- Jefferies hebt das Allianz-Kursziel von 325 auf 420 Euro.
- Das Analysehaus hält den KI-Kursrückgang für übertrieben.
- Die Größenvorteile der Allianz werden den Experten zufolge bislang unterschätzt.
Jefferies hat das Kursziel für die Allianz von 325 auf 420 Euro angehoben. Die Einstufung bleibt jedoch auf „Hold“. Es sei noch zu früh, um einzuschätzen, ob der Versicherer zu den Gewinnern oder Verlierern des KI-Umbruchs zählen werde, schrieb Analyst Philip Kett am Samstag. Den jüngsten Kursrückgang hält er dennoch für übertrieben.
Aus Sicht des Analysten richten Investoren ihren Blick derzeit zu stark auf ein mögliches Risiko: KI-Kanäle könnten den Versicherungsvertrieb verändern. Dabei würden mögliche Kostenvorteile übersehen.
Die Kosten pro Vertragsabschluss könnten über solche Kanäle niedriger ausfallen als die heute übliche Provision. Zudem werde der Größenvorteil der Allianz in der Debatte zu wenig berücksichtigt.
Die Einschätzung von Jefferies ist damit keine uneingeschränkte Kaufempfehlung: Trotz des deutlich höheren Kursziels bleibt die Aktie auf „Hold“.
Entscheidend dürfte sein, wie sich neue Vertriebskanäle tatsächlich auf Kosten, Kundenbeziehungen und Marktanteile auswirken. Wie stark die Allianz davon profitieren kann, lässt sich nach Einschätzung des Hauses derzeit noch nicht verlässlich einpreisen.
Auch beim Konkurrenten Generali hat ein Analyst seine Einschätzung aktualisiert. Berenberg bestätigte nach einem Treffen mit Finanzchef Cristiano Borean die Kaufempfehlung und das Kursziel von 73 Euro.
Der Versicherer sei auf Kurs, im Nichtlebengeschäft in diesem Jahr eine Schaden-Kosten-Quote von etwa 94 Prozent zu erreichen, so Michael Huttner. Das aktuelle Zinsniveau sei zudem hilfreich für Absatz und Profitabilität in der Lebensversicherung.
DER AKTIONÄR hat sich mit den KI-Ängsten rund um die europäischen Versicherungsriesen in der aktuellen Ausgabe 41/26 ausführlich befasst. Das Heft ist noch bis Donnerstag am Kiosk und hier sofort als E-Paper erhältlich.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.
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