Die Allianz-Aktie setzt ihre Rekordjagd fort und überspringt erstmals in ihrer Geschichte die Marke von 450 Euro. Rückenwind kommt dabei nicht nur vom starken Geschäft, sondern auch von einer Maßnahme des Versicherungsriesen. Sollten Anleger nun langsam die Reißleine ziehen?
- Neue Bestmarke: Die Allianz-Aktie steigt erstmals über 450 Euro und liegt seit Jahresbeginn rund 16 Prozent im Plus.
- Rückenwind durch Rückkäufe: Der Versicherer hat zuletzt weitere 241.631 eigene Aktien erworben.
- Das KGV liegt deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt. Eine extreme Übertreibung ist aber nicht erkennbar.
Die Allianz-Aktie kennt weiter kein Halten. Am Dienstag springt der DAX-Konzern erstmals über die Marke von 450,00 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus damit auf rund 16 Prozent.
Rückenwind liefert auch die Allianz selbst. Im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms hat der Versicherer zwischen dem 17. und dem 21. August insgesamt 241.631 eigene Aktien erworben. Seit dem Start des Programms am 13. März 2026 beläuft sich die Zahl der zurückgekauften Aktien damit auf insgesamt 5.391.108 Stück.
Aktienrückkäufe erhöhen den Gewinn je Aktie rechnerisch, weil sich die Zahl der ausstehenden Aktien verringert. Zudem signalisiert das Management, dass es die eigene Aktie trotz der zwischenzeitlich deutlich gestiegenen Notierungen weiterhin als attraktiv einschätzt.
Ein Blick auf die historischen Bewertungskennzahlen mahnt allerdings zu etwas mehr Vorsicht. Auf Basis der erwarteten Gewinne für das kommende Geschäftsjahr wird die Allianz derzeit mit einem KGV von 13,6 bewertet. Das liegt gut ein Drittel über dem Fünfjahresdurchschnitt von 10,2.
Auch beim Kurs-Buchwert-Verhältnis ist der Abstand zum historischen Mittelwert deutlich. Mit 2,6 liegt die Kennzahl rund 50 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt von 1,7.
Eine gefährliche Übertreibung lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten. Ein Blick auf die längerfristige Historie zeigt, dass die Allianz-Aktie in früheren Phasen deutlich höher bewertet war.
Während der Dotcom-Blase im Jahr 2000 wurde der Titel zeitweise mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 44 gehandelt. In den Jahren 1992 und 1993 erreichte das KGV in der Spitze sogar Werte von bis zu 115.
Der Sprung über 450 Euro ist ein weiteres starkes Signal und unterstreicht die Stärke der Allianz-Aktie im bisherigen Jahresverlauf. Das laufende Aktienrückkaufprogramm sorgt für zusätzlichen Rückenwind. Zwar ist der Titel im historischen Vergleich inzwischen anspruchsvoller bewertet, von einer extremen Übertreibung kann angesichts der langfristigen Bewertungsdaten aber keine Rede sein. Übergeordnet bleibt die Allianz damit ein attraktiver Qualitätswert.
Ist es nun dennoch erst einmal an der Zeit, die Reißleine zu ziehen? Zur Beantwortung dieser Frage empfiehlt sich unter anderem ein Blick auf die Saisonalitätsdaten der Allianz-Aktie. Genau das hat DER AKTIONÄR jüngst getan. Die Analyse kommt dabei zu einem klaren Ergebnis (siehe hier).
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.
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