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Allianz: Dieses Milliardenrisiko wird jetzt immer größer

Allianz: Dieses Milliardenrisiko wird jetzt immer größer
Foto: Matthias Balk/picture alliance/dpa
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Michael Herrmann Heute, 08:34 ‧ Michael Herrmann
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Eine neue Analyse von Allianz Commercial deckt auf, dass sich Betriebsunterbrechungen für Unternehmen zu einem immer größeren finanziellen Risiko entwickeln. Die durchschnittlichen Schadenssummen steigen massiv. DER AKTIONÄR zeigt, was diese Entwicklung für die Anleger des deutschen Versicherungsriesen bedeutet.

  • Betriebsunterbrechungen verursachen im Schnitt Schäden von mehr als 850.000 Euro – rund 70 Prozent mehr als reine Sachschäden.
  • Die durchschnittliche Schadenhöhe stieg in den vergangenen zwei Jahren jährlich um über 30 Prozent.
  • Cyberattacken, Cloud-Ausfälle und Softwarefehler werden zu immer größeren Geschäftsrisiken.

Der durchschnittliche Schaden aus einer Betriebsunterbrechung lag laut Allianz Commercial zuletzt bei mehr als 850.000 Euro. Damit war er rund 70 Prozent höher als der durchschnittliche Sachschaden, der knapp 500.000 Euro betrug.

Für die Untersuchung wertete Allianz Commercial 7.888 Schadenfälle aus der Industrieversicherung aus. Der Gesamtwert der analysierten Schäden belief sich zwischen Januar 2021 und Dezember 2025 auf rund 6,74 Milliarden Euro.

Während die Häufigkeit der Schadenfälle weitgehend stabil blieb, nahm die durchschnittliche Schadenhöhe zuletzt deutlich zu. In den vergangenen zwei Jahren stieg sie laut Allianz Commercial um mehr als 30 Prozent pro Jahr.

Feuer und Explosionen waren laut der Analyse für mehr als 40 Prozent des gesamten Schadenwerts verantwortlich. Das entspricht rund 2,9 Milliarden Euro. Feuer war zudem die Ursache für neun der zehn teuersten von Menschen verursachten Betriebsunterbrechungen.

Besonders gravierend sind Schäden an spezialisierten Produktionsstätten. Ein Brand in einem vergleichsweise kleinen Fertigungsbetrieb kann durch Abhängigkeiten in der Lieferkette einen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe verursachen. Die beiden teuersten nicht naturbedingten Schadenereignisse der Untersuchung betrafen Brände in Halbleiterfabriken.

Auch digitale Abhängigkeiten erhöhen das Risiko. Ransomware bleibt zwar die wichtigste cyberbezogene Ursache für Betriebsunterbrechungen. Zunehmend sorgen aber auch Cloud-Ausfälle, Softwarefehler und Störungen bei externen Technologieanbietern für erhebliche Schäden. Allein 2025 wurden laut Allianz Commercial mehr als 48.000 Cloud- und Softwareausfälle registriert.

Für Versicherer wie die Allianz ist die Entwicklung zunächst eine Herausforderung. Höhere und länger andauernde Schäden können die Schadenaufwendungen steigern und die Profitabilität im Industriegeschäft belasten. Zudem sind Großschäden wie Naturkatastrophen oder systemische Cyberattacken verhältnismäßig schwer zu kalkulieren.

Gleichzeitig wächst dadurch aber auch der Bedarf an Versicherungsschutz, Risikoanalysen und Präventionsmaßnahmen. Unternehmen dürften zudem stärker in Brandschutz, Lieferkettenanalysen, Cyberabwehr und Notfallpläne investieren. Das eröffnet Versicherern wie der Allianz zusätzliche Möglichkeiten bei Prämien, Beratung und Risikomanagement.

Entscheidend ist, ob steigende Risiken durch höhere Preise, passende Vertragsbedingungen und Rückversicherung aufgefangen werden können. Der Allianz ist das in der Vergangenheit in der Regel gut gelungen. Dementsprechend gut stehen die Chancen, dass das auch in Zukunft der Fall sein wird.

Allianz (WKN: 840400)

Die Allianz beherrscht die Regeln der Branche wie kaum ein zweiter Versicherer. Dass der Konzern die veränderte Risikolandschaft im Blick hat, ist klar zu begrüßen. Das Anlagevotum bleibt unverändert. Die Allianz-Aktie ist ein attraktiver Qualitätswert, an dem Anleger festhalten.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.

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