Ausbruch bestätigt – das ist Ihre neue Trading-Chance
Foto: Shutterstock
19.11.2021 Thomas Bergmann

Allianz-Chef: Alle Warnlampen stehen auf Rot

-%
Allianz

Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte macht sich angesichts der Entwicklungen in der Coronakrise große Sorgen um die Banken- und Anlagebranche. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters warnt der Top-Manager davor, dass das Finanzsystem "wieder gefährlicher" wird. Private Investoren seien in dieser Phase ein Segen für den Versicherer.

Bei den Bewertungen in der Technologiebranche und der Autoindustrie lasse sich mit Recht von "irrationaler Übertreibung" sprechen, so Bäte auf einer Branchenkonferenz der Ratingagentur S&P Global am Donnerstag. Hinzu kämen "Unfälle" wie die Pleite des Lieferketten-Finanzierers Greensill und des Hedgefonds Archegos.

Für eine schlechte Entscheidung hält Bäte die Entscheidung der Aufseher, die Zügel in der Bankenregulierung während der Pandemie zu lockern. "Alle Warnlampen im Risikomanagement leuchten rot", wird Bäte von Reuters zitiert. Banken seien schlechter mit Kapital ausgestattet und in Krisen viel verwundbarer als die Versicherungsbranche.

An der EU-Versicherungsaufsicht EIOPA ließ der Allianz-Chef wegen deren Umgang mit der Branche in der Coronakrise kein gutes Haar. Die damalige Forderung der Behörde, keine Dividenden zu zahlen und Aktienrückkäufe zu stoppen, sei "ein Desaster für unsere Branche gewesen und darf sich nicht wiederholen", so Bäte.

Hoffnung setze er auf das verstärkte Engagement von Finanzinvestoren in der Versicherungsbranche. Sie könnten den Versicherern helfen, ihre Kapitalkosten zu senken, etwa indem sie ihnen alte Lebensversicherungs-Bestände abnähmen und ihnen damit einen effizienteren Kapitaleinsatz erlaube.

Allianz (WKN: 840400)

Die Allianz ist trotz der Stolpersteine, die die Behörden ausgelegt hatten, gut durch die Pandemie gekommen. Der Versicherer hat auch die zahlreichen Naturkatastrophen in diesem Jahr gut weggesteckt. Zweifelsfrei würde eine Korrektur am Markt auch die Allianz treffen, doch wäre sie in diesem Fall wegen ihrer hohen Dividendenrendite nicht so anfällig für eine solche. DER AKTIONÄR hat die Aktie jüngst wieder zum Kauf empfohlen.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Allianz - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7