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Alibaba: 1,5 Milliarden Dollar für Pupu

Alibaba: 1,5 Milliarden Dollar für Pupu
Foto: Aly Song/Reuters
Alibaba Group Holding Ltd -%
Michael Diertl Heute, 09:00 Michael Diertl

Alibaba greift nach dem Lebensmittellieferanten Pupu und ist bereit, umgerechnet 1,5 Milliarden US-Dollar für diesen auf den Tisch zu legen. Diese News könnten erklären, weshalb die Papiere des E-Commerce-Riesen in den vergangenen Tagen deutlich stärker gefallen sind als der Hang Seng.

Das Wichtigste in Kürze

• Alibaba sorgt mit einem möglichen Zukauf für Bewegung im chinesischen Online-Handel und steht damit im Fokus der Anleger.
• Die Börse reagiert vor allem auf mögliche Folgen für den Wettbewerb, nicht nur auf den Kaufpreis selbst.
• Im Hintergrund bleibt ein regulatorisches Risiko, da die Behörden mögliche Marktverschiebungen genau beobachten dürften.

Der entscheidende Punkt für diese Relative Schwäche der Alibaba Aktie: Der voraussichtliche Kaufpreis von 1,5 Milliarden Dollar liegt 900 Millionen Dollar über einem früheren Gebot von Sun Art Retail. Sun Art, ein ehemaliges Alibaba-Tochterunternehmen, wäre lediglich bereit gewesen 600 Millionen Dollar auf den Tisch zu legen.

Dass Alibaba mutmaßlich zu viel für Pupu bezahlt, dürfte allerdings nicht der Grund für den jüngsten Einbruch sein, denn mit rund 50 Milliarden Dollar auf der hohen Kante hat das Unternehmen sehr tiefe Taschen. Vielmehr geht die Angst vor einem erneuten Preiskampf im chinesischen Essensmarkt um, denn erst vor wenigen Monaten hat Konkurrent Meituan die Übernahme von Dingdong Fresh, dem größten Wettbewerber von Pupu, angekündigt.

Die Anleger fürchten deshalb, dass die Rabattschlachten in die nächste Runde gehen und somit die Margen einmal mehr extrem leiden. Diese Sorge dürfte allerdings unbegründet sein, da Peking in den letzten Monten deutlich gemacht hat, dass man die Preiskämpfe und damit die Deflationsspirale beenden will. Im Extremfall könnte die chinesische Regierung die Übernahme sogar untersagen, um ein Oligopol bei Lebensmittellieferungen zu verhindern.

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Alibaba Group (WKN: A117ME)

Die geplante Übernahme von Pupu war höchstwahrscheinlich verantwortlich für die deutliche Schwäche der Alibaba-Aktie in den vergangenen Wochen. Sollte sich diese Annahme bestätigen und der Kurs sich in den kommenden Tagen und Wochen deutlich erholen, ist die Aktie wieder spannend. Bis dahin sollten Anleger allerdings an der Seitenlinie bleiben. Regelmäßige Updates zum chinesischen Aktienmarkt und spannende Empfehlungen finden Sie im Börsenbrief China Stock Report.

Zum Börsenbrief

Frage: Womit verdient Alibaba eigentlich sein Geld?

Antwort: Vor allem mit E-Commerce, also über Handelsplattformen, auf denen Händler Waren verkaufen und Alibaba über Transaktions-, Werbe- und Serviceerlöse mitverdient.


Frage: Welche Sparten betreibt der Konzern neben dem Online-Handel?

Antwort: Alibaba ist breiter aufgestellt und aktiv unter anderem in Cloud-Computing, Logistik, digitalen Dienstleistungen und weiteren Plattform- und Technologiebereichen.


Frage: Welche Rolle spielt Alibaba für Chinas digitale Wirtschaft?

Antwort: Alibaba zählt zu den zentralen Plattformkonzernen des Landes und ist damit ein wichtiger Gradmesser für den Zustand von E-Commerce, Digitalisierung und Verbraucherstimmung in China.

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