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11.11.2021 Michael Schröder

AKTIONÄR-Hot-Stock Masterflex: Gute Basis für zweistellige EBIT-Margen und steigende Kurse

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Masterflex

Masterflex erhöht die Prognose 2021: Nachdem die ersten neun Monate besser gelaufen sind als geplant, rechnet der Spezialist für Hightech-Schläuche nun im Gesamtjahr mit einem Umsatzplus von fünf bis acht Prozent. Auch die Ertragsentwicklung ist vielversprechend. Mit 9,7 Prozent EBIT-Marge hat die Gesellschaft geliefert und liegt auf Kurs die für 2022 avisierte zweistellige Marge zu erreichen. DER AKTIONÄR sprach mit Finanzchef Mark Becks über steigende Auftragseingänge, wie Masterflex mit knappen Rohstoffen verfährt und ob über das bisherige Margenziel hinaus noch mehr möglich ist.

Mark Becks, Masterflex Finanzvorstand

DER AKTIONÄR: Herr Becks, mit knapp 60 Millionen Euro Umsatz hat Masterflex in den ersten neun Monaten 2021 das Vor-Corona-Niveau von 2019 annähernd erreicht, im dritten Quartal isoliert betrachtet ist das bereits gelungen. Sind Sie mit der Entwicklung zufrieden?

Mark Becks: Grundlegend sind wir mit der Entwicklung in diesem Jahr sehr zufrieden. Umsatzseitig liegen wir noch rund drei Millionen Euro hinter 2019. Umso zufriedener sind wir mit der Ergebnisentwicklung in 2021. Dies ist eine gute Basis, die zweistellige EBIT-Marge in 2022 in Angriff zu nehmen.

Beim Ausblick auf das vierte Quartal sind Sie gewohnt vorsichtig. Ist das laufende Q4 abgesehen von weniger Fakturierungstagen auch wirtschaftlich anspruchsvoller in Relation zum Rest des Jahres?

Wir haben gerade zwei Herausforderungen in der Gruppe. Zum einen sind die Rohstoffmärkte weiterhin turbulent. Das betrifft auch den Kunststoffbereich, wie man täglich in der Zeitung lesen kann. Zum anderen bekommen wir derzeit im Luftfahrtbereich, wir nennen das auch Leichtbau, in dem der Auftragseingang spürbar angezogen hat, nicht schnell genug ausreichend Mitarbeiter, um diesen ansteigenden Auftragsbestand zügig abzuarbeiten. Wir arbeiten aber mit Hochdruck an einer Lösung.

Das heißt, …

… dass das das Restrukturierungsprogramm nicht am Ende ist, sondern hat ein wenig den Fokus verlagert und ist vom Projektstatus in einen Tagesgeschäftsstatus gewechselt. Denn wir werden an allen Standorten kontinuierlich prüfen, was wir nachhaltig verbessern können.

Ab 2022 planen Sie mit zehn Prozent bei der EBIT-Marge. Ist das schon das Maximum, was möglich ist?

Das ist nicht das Maximum. Wo dieses liegt, kann man sicherlich nicht exakt bestimmen. Dafür ist die Welt auch viel zu turbulent. Aber unser Ziel ist schon, mittelfristig eher in den Bereich von elf bis zwölf EBIT-Marge zu gelangen. Aber wir sollten Schritt für Schritt vorgehen und nicht schon vom Finale träumen, wenn das Halbfinale noch nicht einmal angepfiffen wurde.

Zum 30. September hat Masterflex einen in Relation zu den Vorquartalen höheren Bestandsaufbau ausgewiesen. Was ist der Hintergrund und wann wird daraus Umsatz?

Bei den Rohstoffen versuchen wir uns aufgrund der aktuellen Marktsituation punktuell auskömmlich einzudecken. Der Bestandsaufbau bei den Fertigprodukten wird in der Regel auch in den darauffolgenden Wochen zum Umsatz. Das zeigt auch der Oktoberumsatz, der bereits wieder auf dem hohen 2019er-Niveau lag.

Foto: Masterflex

Reicht ihr getätigter Vorrausaufbau bei Vorprodukten, um durch die Phase der Materialknappheit zu kommen, ist schon eine Entspannung erkennbar?

Entspannung sehen wir nur punktuell. Wir erwarten – und das bekommen wir auch von anderer Seite gespiegelt – dass sich die Situation in Richtung spätes Frühjahr bzw. Frühsommer 2022 auflösen wird. Insofern haben wir uns darauf eingestellt, dass uns die aktuelle Situation wohl noch im ersten Halbjahr 2022 begleiten wird.

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Mit welchem zeitlichen Versatz können Sie die höheren Materialpreise an die Kunden weitergeben?

Bei der hohen Dynamik, in der sich die Rohstoffmärkte derzeit entwickeln, ist das kurzfristig natürlich eine Herausforderung. Beim Projektgeschäft geht das recht zügig, bei lagervorrätigen Produkten sehen wir hingegen einen Zeitverzug von rund einem Quartal.

Masterflex (WKN: 549293)

Bei APT haben Sie unter anderem das Geschäft mit der Chip-Industrie gebündelt, das eine starke Entwicklung zeigte. Ihr Kunde ASML steht mit seiner EUV-Lithographie-Technologie vor einem massiven Schub. Halten Sie es für realistisch, aus der Chip-Industrie einen prozentual signifikanten Umsatzbeitrag wie beispielsweise im Bereich Medizintechnik zu erreichen?

Neben der APT liefert auch unsere Tochter Novoplast an ASML und in die Halbleiterbranche. Insofern sind beide Standorte von dieser Entwicklung betroffen. Einen Umsatzanteil wie in der Medizintechnik sehen wir hier aber nicht, aber es ist trotzdem ein spannendes und lukratives Geschäft.

Wie sind derzeit Ihre Kapazitäten ausgelastet? Können Sie neben der angesprochenen Personalsituation im Luftfahrtbereich Ihre erfreuliche Auftragslage bewältigen und die Aufträge zeitnah auch abarbeiten?

Das ist von Standort zu Standort unterschiedlich. Für die Medizintechnik sind wir bekanntermaßen dabei, die Reinraumkapazitäten zu erweitern. Bei der APT haben wir zwei neue Extruder bekommen, um den steigenden Umsatz fertigen zu können. In anderen Bereichen haben wir noch Luft nach oben.

Können Sie schon eine Aussage treffen, wie es dividendenseitig aussehen wird?

Wir haben natürlich bereits Vorstellungen, aber das kommunizieren wir wie gewohnt mit dem Jahresabschluss. Und ich denke, wir tun gut daran, das Jahr erst einmal gut zu Ende zu bringen und mit viel Energie dann ins Geschäftsjahr 2022 zu starten.

Zum Abschluss ein Ausblick auf die weitere Strategie: Was kommt nach dem Effizienzprogramm B2DD?

Wie schon bereits erläutert, sehen wir uns mit den Effizienzen noch nicht am Ende, das wird uns als kontinuierlicher Prozess stetig begleiten. Zudem wird das Thema Buy and Build sicherlich wieder Fahrt aufnehmen. Hier sehen wir großes Wachstumspotenzial für die Masterflex. Grundsätzlich wollen wir uns mit Technologien erweitern oder einen Markteintritt wie bei der Medizintechnik in den USA beschleunigen. Unser Fokus bei Akquisitionen liegt regional in Nordamerika und Europa. Branchenseitig sicherlich in den Lifescience-Industrie, also in den Bereichen Lebensmittel, Medizintechnik, Pharma und Labortechnik. Es wird mit Sicherheit nicht langweilig werden.

Bis 2024 will Masterflex bei Umsätzen von 100 Millionen Euro prozentual zweistellige Margen erzielen. Die Zahlen belegen, dass man auf einem guten Weg ist. Neben den USA und Asien sollen wachstumsstarke Branchen wie die Medizintechnik die nötigen Impulse geben. Liefert der Vorstand wie geplant, dann dürfte die Aktie ihre Aufwärtsbewegung wieder aufnehmen und mittelfristig die 10-Euro-Marke ins Visier nehmen.

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