19.02.2019 Nikolas Kessler

Aareal Bank fällt nach Dividendenkürzung – „Meckern auf hohem Niveau“

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Deutsche Bank
Trendthema

Die Aareal Bank ist bekannt für ihre großzügige Ausschüttungspolitik. Für 2017 konnten sich die Aktionäre im letzten Jahr über eine Dividende von 2,50 Euro pro Aktie freuen. Hinsichtlich der Gewinnbeteiligung für das abgelaufene Jahr 2018 hatte der Vorstand am Montagabend eine Überraschung parat – allerdings keine gute.

Wegen der unsicheren Marktlage im vergangenen Jahr will der Immobilienfinanzierer für 2018 weniger Dividende zahlen. Der Hauptversammlung soll die Ausschüttung einer Dividende von 2,10 Euro je Aktie vorgeschlagen werden, teilte das Institut am späten Montagabend nach einer Vorstandsitzung auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Dies entspreche einer Ausschüttungsquote am oberen Rand der im Rahmen der Dividendenpolitik angekündigten Spanne von 70 bis 80 Prozent, bezogen auf das Ergebnis je Stammaktie (EPS).

„Mit dem Dividendenvorschlag für 2018 schaffen wir eine Balance zwischen dem Interesse unserer Aktionäre einerseits und dem zunehmend unsicheren Marktumfeld andererseits. Gleichzeitig erlaubt dies uns weiterhin, die Potenziale und Chancen, die sich unserem Unternehmen bieten, wahrnehmen zu können“, begründete Vorstandschef Hermann J. Merkens den Schritt. Weitere Details zur Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr wurden nicht bekannt. Vorläufige Zahlen will die Bank am 27. Februar vorlegen.

„Meckern auf hohem Niveau“

Analysten hatten im Vorfeld zwar mit einem Rückgang der Dividende gerechnet, nach Daten von Bloomberg im Schnitt jedoch 2,25 Euro je Aktie erwartet. Dass die Ausschüttung nun voraussichtlich 16 Prozent niedriger ausfällt als im Vorjahr, sorgt daher am Dienstagmorgen für Verstimmung bei einigen Anlegern. Die Aktie der Aareal Bank startete mit einem Minus von rund einem Prozent als MDAX-Schlusslicht in den Handel.

Wenngleich die Aareal Bank weniger ausschütte als Gedacht, sollte die immer noch hohe Dividendenrendite von deutlich mehr als sieben Prozent nicht vergessen werden, kommentiere ein Händler gegenüber dpa-AFX. Die Unzufriedenheit einiger Investoren sei daher „Meckern auf hohem Niveau“.

Speziell im Vergleich mit anderen deutschen Banken in DAX und MDAX können sich die Aktionäre der Aareal Bank trotz Dividendenkürzung glücklich schätzen: Bei der Commerzbank gibt es für das abgelaufene Geschäftsjahr 20 Cent, was einer Dividendenrendite von drei Prozent entspricht. Bei der Deutschen Bank sind es sogar nur 11 Cent oder 1,4 Prozent Rendite.

Spannend für Dividendenjäger

Die Aktie der Aareal Bank steht derzeit nicht auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR, ist für Dividendenjäger aber dennoch einen Blick wert. Weitere Dividendenriesen finden Sie in der aktuellen Ausgabe (08/19) des AKTIONÄR – hier geht’s zum E-Paper.