02.05.2016 Andreas Deutsch

Berkshire Hathaway: Darum steigt die Aktie immer weiter

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Berkshire Hathaway (A)
Trendthema

Über 40.000 Besucher versetzen an diesem Wochenende trotz starken Regens die Heimatstadt des Starinvestors Warren Buffett in den Ausnahmezustand. Der Großmeister konnte starke Zahlen vorlegen.


Berkshire Hathaway hat im ersten Quartal den Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um acht Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar gesteigert. Die von Fans "Orakel von Omaha" genannte Investorenlegende hatte jedoch nicht nur Erfolgsmeldungen in petto.

Das Versicherungsgeschäft, ein wichtiges Standbein von Berkshire Hathaway, schwächelte zu Jahresbeginn. Zudem habe die Eisenbahn-Sparte "erheblich" abgebaut und bleibe vermutlich auch den Rest des Jahres angeschlagen, räumte Buffett ein. Ein glückliches Händchen mit anderen Firmenbeteiligungen und Finanzwetten sorgten aber trotzdem für ein deutliches Gewinnplus.

Im Vordergrund des von den Besuchern als "Woodstock des Kapitalismus" bezeichneten Events stehen ohnehin weniger die Zahlen als vielmehr der Starkult um den 85-jährigen Buffett. Zehntausende Aktionäre aus der ganzen Welt pilgerten auch diesmal wieder in den US-Bundesstaat Nebraska, um ihr Idol feiern und ein Wochenende in dessen Nähe verbringen zu können. Das Treffen ist ein buntes Treiben, das sich über die Jahre zu einem großen Spektakel entwickelt hat.

Die zahlreichen zum Berkshire-Imperium gehörenden Firmen verwandeln die Event-Halle in einen Shopping-Tempel, in dem von Boxershorts bis zum Goldschmuck alles unters Aktionärsvolk kommt. Der schwerreiche Buffett, dessen Vermögen das Forbes-Magazin zuletzt auf 68,5 Milliarden Dollar schätzte, sammelt mit volksnahen Auftritten wie dem traditionellen Zeitungsweitwerfen Sympathiepunkte und stellt sich den Fragen seiner Anhänger.

Klarer Kauf

Solange sich die Weltkonjunktur – von einer paar Dellen abgesehen – langfristig gut entwickelt und solange es noch Unternehmen gibt, die günstig bewertet sind, wird das Geschäftsmodell von Berkshire Hathaway funktionieren und die Aktie wird steigen. Wenn sich Buffett irgendwann zurückzieht, wird dies den Kurs gewiss belasten – aber nicht allzu lange. Buffett ist ein Genie, er arbeitet nur mit den besten Leuten zusammen und hat seinen Nachfolger längst bestimmt. Sein Nachfolger, wer immer es sein wird, wird die Value-Strategie weiterführen – ganz im Sinne Buffetts. Deswegen ist die Aktie mit oder ohne Buffett nach wie vor ein Basisinvestment für konservative Anleger.

(Mit Material von dpa-AFX)