Die neue Handelswoche startet mit anhaltender Unsicherheit an den Märkten. Der Nahostkonflikt bleibt das dominierende Thema, eine echte Entspannung ist bislang nicht in Sicht. Entsprechend verharren die Ölpreise auf hohem Niveau und belasten vor allem die konjunktursensiblen Branchen.
Auch der DAX dürfte schwach in die Woche starten und sich weiter der Marke von 22.000 Punkten annähern. Die Sorge: Anhaltend hohe Energiepreise könnten die ohnehin fragile Wirtschaft zusätzlich unter Druck setzen.
Im Fokus stehen dabei neben dem Ölpreis auch Bitcoin und Gold. Während Bitcoin zuletzt zwar eine kleine Erholung zeigt, bleibt die Lage insgesamt angespannt. Auch Gold konnte seine Rolle als sicherer Hafen zuletzt nur eingeschränkt erfüllen und geriet unter Druck – unter anderem, weil Anleger Gewinne mitnahmen oder Liquidität für andere Positionen benötigten. Gleichzeitig haben sich auch die US-Börsen deutlich eingetrübt. Vor allem vor dem Wochenende war die Nervosität groß, da viele Investoren weitere negative Schlagzeilen fürchteten und ihre Positionen reduzierten.
Belastet wird die Stimmung zusätzlich durch Sorgen rund um die hohen Investitionen der großen Technologiekonzerne in künstliche Intelligenz. Anleger fragen sich zunehmend, wann und in welchem Umfang sich diese milliardenschweren Ausgaben tatsächlich auszahlen werden. Entsprechend geraten Schwergewichte wie Amazon, Meta oder Alphabet stärker unter Druck. Beim S&P 500 zeigt sich damit ein ähnliches Bild wie beim DAX: Technisch ist die Lage angeschlagen, und für eine nachhaltige Erholung braucht es deutlich mehr als nur verbale Beruhigungsversuche aus der Politik.
Auf Unternehmensseite rücken in Deutschland unter anderem BASF, Evonik, Sartorius und CTS Eventim in den Fokus. Während Chemiewerte von Hoffnungen auf eine Stabilisierung und positiven Tarifabschlüssen profitieren, sorgen schwächere Margenaussichten bei Sartorius für Druck. CTS Eventim wiederum bleibt nach enttäuschender Reaktion auf Zahlen und Ausblick ein Kandidat für erhöhte Schwankungen. Insgesamt bleibt das Marktumfeld sehr nervös – und in dieser Lage gilt mehr denn je: Ruhe bewahren und nicht jeder Schlagzeile hinterherlaufen.
Martin Weiß, stellvertretender Chefredakteur vom Anlegermagazin DER AKTIONÄR, informiert über die Lage an den Märkten.
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