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US-Regierung schließt Microsoft aus Visa-Programm aus

US-Regierung schließt Microsoft aus Visa-Programm aus
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Heute, 18:46 ‧ dpa-Afx
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WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Regierung wirft dem Software-Riesen Microsoft den Missbrauch des Verfahrens vor, das qualifizierten ausländischen Fachkräften die Einwanderung in die USA ermöglicht. Im vergangenen Jahr habe der Windows-Konzern 6.000 amerikanische Beschäftigte entlassen und zugleich von 6.300 Mitarbeitern aus dem Ausland mit H-1B-Visa profitiert, sagte Vizepräsident JD Vance vor Journalisten in Washington.

Nach mehrfacher Verlängerung der H-1B-Visa können Unternehmen für Mitarbeiter ein dauerhaftes Bleiberecht beantragen. Seit Jahrzehnten ist das der Weg, auf dem talentierte Fachleute aus aller Welt in amerikanischen Top-Unternehmen landen. Unter anderem der aktuelle Microsoft-Chef Satya Nadella hielt einst in den 90er Jahren ein H-1B-Visum. Auch Google -Chef Sundar Pichai arbeitete einst damit. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump kritisiert das System jedoch schon seit langem, da es amerikanische Arbeitnehmer benachteilige, die durch Ausländer ersetzt würden. Unternehmen kontern, dass es in den USA in vielen Fällen nicht genug Spezialisten gebe.

Auch andere Firmen betroffen

Kein Unternehmen habe das Verfahren zum dauerhaften Aufenthalt so stark missbraucht wie Microsoft, sagte Vance nun. Deswegen werde Microsoft bis auf weiteres davon ausgeschlossen, sagte Arbeitsminister Keith Sonderling. Genauso gehe die Regierung auch gegen mehrere Beratungsunternehmen sowie den Photoshop-Entwickler Adobe vor. Von diesen Unternehmen werde man keine neuen Anträge auf dauerhaftes Bleiberecht für ausländische Mitarbeiter annehmen. Es gehe darum, dass "hunderttausende Job amerikanischen Arbeitern genommen" worden seien.

Von den Unternehmen gab es zunächst keine Reaktion auf das Vorgehen der Regierung. Beim Stellenabbau bei Microsoft waren vor allem Management-Positionen betroffen, während es sich bei den ausländischen Mitarbeitern eher um Programmierer und andere Tech-Experten handelt. Die Trump-Regierung versuchte bereits, die Vergabe von H-1B-Visa zu erschweren.

Wenige Wochen bis zur Parlamentswahl

In den USA steht Anfang November die wichtige Parlamentswahl an, bei der das gesamte Abgeordnetenhaus sowie rund ein Drittel des Senats zur Wahl stehen. Wenn Trumps Republikaner ihre aktuelle Mehrheit auch nur in einer Kongress-Kammer verlieren, wird es für den Präsidenten schwieriger werden, seine Agenda umzusetzen. Umfrage zeigen eine große Unzufriedenheit mit Trumps Politik und gute Chancen für ein starkes Abschneiden der Demokratischen Partei.

Die Republikaner um Trump versuchen seit Wochen unter anderem, die Demokraten zu "Kommunisten" und "Sozialisten" zu erklären, um ihre Anhänger zu aktivieren. Auf die Frage, wie er Sozialismus definiere, sagte Vance, in den USA laufe dies aktuell darauf hinaus, dass man amerikanische Beschäftigte durch Ausländer ersetzen und Jungs im Mädchen-Sport antreten lassen wolle. Er nahm damit Bezug auf die Kontroverse um Transgender-Athleten, die Trump schon in seinem Präsidentschafts-Wahlkampf 2024 anfachte. Vance gilt als ein wahrscheinlicher Kandidat der Republikaner im Rennen um Trumps Nachfolge 2028./so/DP/nas

Quelle: dpa-AFX