MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der IT-Dienstleister Nagarro
Persistent will mindestens die Hälfte der Anteile erwerben. Rund 20 Prozent der Anteile hat sich das indische Unternehmen von der Gründerfamilie gesichert und damit bereits einen großen Schritt in Richtung der 50 Prozent geschafft. "Auch Mitglieder des Vorstands beabsichtigen, ihre privat gehaltenen Aktienpakete in das Angebot einzuliefern", hieß es in der Mitteilung.
Für Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies ist Persistent als Bieter für den IT-Dienstleister "wie geschaffen". Die Inder schlössen mit dem Kauf eine Portfolio-Lücke in Europa. Der Experte sieht durch einen Zusammenschluss auch Synergien durch Cross-Selling gemeinsamer Produkte. Derweil rät Yannik Siering vom Analysehaus Warburg Research Nagarro-Aktionären, ihre Aktien Persistent Systems anzudienen. Das Angebot von 81 Euro sei fair nach einer längeren Schwächephase der Aktien. Ein höheres Gebot eines anderen Bieters sei unwahrscheinlich wegen der schon von den Indern gesicherten Anteile.
Der Kurs von Nagarro hatte in den vergangenen Jahren unter anderem wegen Bilanzierungsproblemen und eines stagnierenden beziehungsweise sinkenden operativen Gewinns stark unter Druck gestanden.
Seit einem Zwischenhoch von etwas mehr als 80 Euro im Dezember 2025 war die Aktie bis auf das Rekordtief von 32,50 Euro am Mittwoch vergangener Woche abgesackt. Am Freitag zog der Kurs dann im Laufe des Nachmittags kräftig an und schloss mit einem Plus von knapp 20 Prozent bei 40,44 Euro. Nagarro ist seit Dezember 2020 an der Börse notiert, nachdem das Unternehmen von Allgeier
Nagarro hat nach eigenen Angaben rund 18.000 Mitarbeitende und ist in 38 Ländern aktiv. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen den Umsatz leicht auf knapp eine Milliarde Euro steigern. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging dagegen etwas zurück./zb/mne/stk
Quelle: dpa-AFX