FRANKFURT/PARIS/ZÜRICH/SEOUL/TOKIO (dpa-AFX) - Positive internationale Branchenvorgaben haben europäischen Halbleiteraktien am Montag Auftrieb gegeben. In den USA zählten Chiptitel wie Sandisk , Marvell und Seagate vor dem Wochenende zu den größten Gewinnern und verhalfen dem Tech-Index Nasdaq 100 ins Plus.
Ein ähnliches Bild zeigten am Montag die Chiptitel Samsung Electronics und SK Hynix , die den südkoreanischen Leitindex Kospi beflügelten. Auch der technologielastige japanische Nikkei 225 legte deutlich zu.
Angetrieben wurden die beiden Indizes von der Zuversicht, dass ein neues Modell des ChatGPT-Entwicklers OpenAI die Nachfrage nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI) weiter ankurbeln könnte, hieß es aus dem Markt.
Trotz aller Diskussionen um die Bewertungen kippe die KI-Anlagestory nicht, ergänzte Marktexperte Stephen Innes. Tim Waterer, Chef-Marktanalyst bei KCM Trade, fand es "etwas überraschend, wie schnell die asiatischen Märkte die negativen Bewegungen an den US-Märkten als Reaktion auf die Arbeitsmarktdaten abgeschüttelt haben".
An der Spitze des deutschen Leitindex ging es am Montag für Infineon um 2,9 Prozent hoch. Beim Chiphersteller sorgte eine Kaufempfehlung von Warburg Research für zusätzliche Unterstützung. Analyst Malte Schaumann hält die Markterwartungen an Infineon angesichts der zuvor gesunkenen Bewertung und der Geschäftsbeschleunigung mit Chips für KI-Rechenzentren immer noch für zu vorsichtig.
Die Titel des Branchenkollegen Elmos im Index der mittelgroßen Werte MDax gewannen 2,7 Prozent. Für die Aktien der Zulieferer Suss Microtec , Aixtron , Siltronic und Jenoptik ging es um bis zu 3,4 Prozent bergauf.
Ebenfalls auf Kaufinteresse stießen die Aktien des Energietechnikkonzerns Siemens Energy und des Baukonzerns Hochtief . Die beiden Unternehmen gelten wegen der hohen Nachfrage nach Rechenzentren und deren hohen Strombedarfs als indirekte Profiteure des Booms rund um Künstliche Intelligenz.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 reihte sich der Tech-Sektor mit plus 0,4 Prozent weit vorne ein. Der Chiphersteller STMicro , der Zulieferer ASML und die Elektrokonzerne Schneider Electric und ABB verbuchten klare Kursgewinne.
Dagegen entwickelten sich einige Softwaretitel einmal mehr in die entgegengesetzte Richtung. So zählten SAP und Teamviewer mit Kursabschlägen von 1,9 und 3,4 Prozent zu den größten Verlierern im Dax beziehungsweise im Nebenwerte-Index SDax . Sie folgten damit dem schon bekannten Muster, dass die Chip-Euphorie oft mit Ängsten vor einer Verdrängung von Softwareherstellern durch den Einsatz sogenannter agentischer Künstlicher Intelligenz einhergeht. Darunter versteht man KI-Systeme, die eigenständig entscheiden, ohne dass jeder einzelne Schritt von Menschen vorgegeben wird.
Frische Impulse kommen heute keine von der Wall Street, in den USA findet wegen eines Feiertags kein Handel statt./gl/la/stk
Quelle: dpa-AFX