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AKTIE IM FOKUS: Nagarro gewinnen 90 Prozent - Knapp unter Offerte von Persistent

AKTIE IM FOKUS: Nagarro gewinnen 90 Prozent - Knapp unter Offerte von Persistent
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Heute, 11:41 ‧ dpa-Afx

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien von Nagarro sind am Montag nach einem Übernahmeangebot aus Indien mit 77,80 Euro auf den höchsten Stand seit Dezember nach oben geschossen. Am Vormittag notierten die Papiere des IT-Dienstleisters knapp 92 Prozent im Plus bei 77,55 Euro. Bereits am Freitag schien die Kaufofferte von 81 Euro je Aktie am Markt durchgesickert zu sein, denn für die Nagarro-Papiere war es im späten Handel um bis zu rund 24 Prozent nach oben gegangen.

Der indische Technologiekonzern Persistent bietet 81 Euro je Nagarro-Aktie und will mindestens die Hälfte der Anteile erwerben, wie beide Unternehmen in der Nacht auf Samstag mitteilten. Damit wird Nagarro mit etwas mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Rund 20 Prozent der Anteile hat sich Persistent bereits von der Nagarro-Gründerfamilie gesichert. "Auch Mitglieder des Vorstands beabsichtigen, ihre privat gehaltenen Aktienpakete in das Angebot einzuliefern", hieß es in der Mitteilung.

Bei den Analysten kam die Nachricht laut ersten Reaktionen sehr gut an: Das Kaufgebot bestätige seine Einschätzung, dass Nagarro deutlich unterbewertet gewesen sei, betonte Analyst Alexander Zienkowicz von MWB Research. Die Transaktion markiere eine klare Abkehr von Nagarros bisheriger Ausrichtung als "öffentliches Unternehmen". Im Januar 2025 habe Nagarro frühere Gespräche über eine Privatisierung beendet und sich dazu verpflichtet, als unabhängiges börsennotiertes Unternehmen den Shareholder Value zu maximieren.

Das Angebot von 81 Euro sei nach einer längeren Kursschwäche fair, bemerkte Yannik Siering vom Analysehaus Warburg Research. Der Experte rät den Anlegern, die Offerte anzunehmen, da ein höheres Gebot eines anderen Bieters wegen der bereits von den Indern gesicherten Anteile unwahrscheinlich sei.

Als Bieter für den IT-Dienstleister scheine Persistent "wie geschaffen zu sein", lobte Martin Comtesse von der Investmentbank Jefferies. Die Inder schlössen mit dem Zukauf eine Portfolio-Lücke in Europa. Der Experte sieht durch einen Zusammenschluss auch Synergien durch den gegenseitigen Verkauf gemeinsamer Produkte.

Der Kurs von Nagarro hatte in den vergangenen Jahren unter anderem wegen Bilanzierungsproblemen und eines stagnierenden beziehungsweise sinkenden operativen Gewinns stark unter Druck gestanden. Seit einem Zwischenhoch von etwas mehr als 80 Euro im Dezember 2025 war es bis auf das Rekordtief von 32,50 Euro am Mittwoch vergangener Woche abgesackt. Bevor der Absturz einsetzte, war die Aktie allerdings zeitweise 212 Euro wert. Nagarro ist seit Dezember 2020 an der Börse notiert, nachdem das Unternehmen von Allgeier abgespalten wurde./edh/ag/stk

Quelle: dpa-AFX