Novo Nordisk und der Partner United Laboratories treiben die Entwicklung eines vielversprechenden neuen Diabetes-Wirkstoffs voran. In einer Phase-2-Studie in China überzeugte der Triple-Agonist UBT251, der gleichzeitig an GLP-1-, GIP- und Glukagon-Rezeptoren ansetzt, mit starken Effekten. Bei Typ-2-Diabetikern sank der entscheidende Wert nach 24 Wochen um bis zu 2,16 Prozentpunkte – deutlich stärker als unter Semaglutid und bei der Gabe eines Placebos.
Auch beim Gewicht zeigt der Kandidat klare Vorteile: Patienten verloren im Schnitt bis zu 9,8 Prozent ihres Körpergewichts, während Semaglutid auf 4,8 Prozent kam. Zusätzlich verbesserten sich Blutdruck, Blutfette und Taillenumfang. Das Sicherheitsprofil entspricht bisherigen Erkenntnissen dieser Wirkstoffklasse.
Die Partnerschaft ist klar aufgeteilt: Während United Laboratories die Entwicklung in China verantwortet, steuert Novo Nordisk die globalen Aktivitäten. Nach positiven Daten bei Adipositas und Diabetes wird nun die nächste Phase eingeläutet. In China sind Phase-3-Studien geplant, weltweit soll 2026 eine weitere Phase-2-Studie starten.
Die Aktie von Novo Nordisk zeigt sich davon allerdings wenig beeindruckt. Sie tritt am heutigen Mittwoch auf der Stelle. Auch die US-Bank JPMorgan lässt die Daten zu keiner optimistischeren Einschätzung bei der Aktie kommen. Analyst Richard Vosser bewertet das Papier weiter mit „Neutral" und einem Kursziel von 250 dänischen Kronen. Er wies in seiner Analyse darauf hin, dass die Wirksamkeit nun zunächst bei Patienten außerhalb Chinas bestätigt werden müsse. Zudem müsse ein verträgliches Sicherheitsprofil belegt werden, bevor der Markt dem Produkt überhaupt einen Wert zuschreibt.
Kurzfristig fehlen aber die klaren positiven Treiber bei der Aktie. Phase-2-Daten aus China sind hier klar zu wenig. Dennoch sind sie ein positives Signal. Derzeit drängt sich kein Einstieg auf, langfristig sollten Anleger Novo Nordisk aber dennoch nicht abschreiben und das Papier auf der Watchlist behalten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Heute, 12:24