Auch eigentlich gute Meldungen prallen an der Aktie von Evotec derzeit einfach ab. Beim Hamburger Wirkstoffforscher klingelt die Kasse: Das Unternehmen erhält erneut eine Meilensteinzahlung vom US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb (BMS). Die Aktie verliert trotzdem heute erneut mehr als drei Prozent.
Hintergrund für die Zahlung sei der Start einer klinischen Studie der frühen Phase 1 im Rahmen der Partnerschaft mit den Amerikanern, teilte Evotec am Donnerstag in Hamburg mit. BMS zahlt den Hanseaten dafür zehn Millionen Dollar (rund 8,7 Millionen Euro).
Die Unternehmen erforschen in der Studie einen gemeinsam entwickelten Wirkstoff zur Behandlung von Patienten, die an einem fortgeschrittenen klarzelligen Nierenzellkarzinom leiden. Ziel sei ein neuer Behandlungsstandard gegen diese Variante, die die häufigste Form von Nierenkrebs sei, heißt es. Bei dem Wirkstoff handelt es sich um einen sogenannten "Molecular Glue Degrader", der nach Unternehmensangaben durch sein Wirkprinzip zu länger anhaltenden Effekten führen kann als konventionelle Therapeutika.
Cord Dohrmann, Chief Scientific Officer von Evotec, kommentierte: „In dieser einzigartigen Zusammenarbeit verfolgen wir einen systematischen Ansatz zur Identifizierung von Molecular Glues mit außergewöhnlichem therapeutischem Potenzial. Gemeinsam mit Bristol Myers Squibb und basierend auf Evotecs PanOmics- und PanHunter-Plattformen haben wir ein breites Portfolio hochwirksamer Molecular-Glue-Wirkstoffkandidaten identifiziert, die nun sukzessive in die klinische Entwicklung übergehen sollen. Der Beginn der Phase-1-Studie markiert den ersten klinischen Meilenstein in der strategischen Protein-Degradation-Partnerschaft mit BMS. Molecular Glues haben das Potenzial, großen ungedeckten medizinischen Bedarf zu adressieren - nicht nur in der Onkologie, sondern weit darüber hinaus. Sie können krankheitsverursachende Proteine angreifen, die bislang als nicht behandelbar galten, und so zukünftige Behandlungsstandards neu definieren."
Auch wenn die Nachricht positiv ist, für eine Trendwende für Evotec reicht dies jedoch nicht. Da muss deutlich mehr vom Unternehmen kommen. Charttechnisch ist die Aktie klar angeschlagen. Das Papier notiert mittlerweile so tief wie zuletzt im Jahr 2016. Anleger warten an der Seitenlinie ab.
Heute, 11:16