Der Schock sitzt bei dem ein oder anderen BioNTech-Aktionär sicherlich immer noch tief. Die beiden Köpfe des mRNA-Spezialisten, Uğur Şahin und Özlem Türeci, werden bis spätestens Ende des Jahres die Gesellschaft verlassen und ein neues Unternehmen ins Leben rufen. Unabhängig von den weiteren Personalentscheidungen treiben die Mainzer ihre klinische Entwicklungspipeline weiter voran.
Auf dem bevorstehenden Europäischen Lungenkrebs-Kongress (ELCC), der vom 25. bis 28. März 2026 in Kopenhagen stattfindet, wird das Unternehmen weitere Daten aus dem differenzierten Portfolio im Bereich Lungenkrebs vorstellen. Unter anderem teilen die Mainzer weitere Ergebnisse zu Pumitamig aus drei klinischen Studien in China. Nach Ansicht von BioNTech würden diese das bereits beobachtete Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil des bispezifischen PD-L1xVEGF-A-Immunmodulator-Kandidaten bei Lungenkrebs unterstreichen.
BioNTech sicherte sich den Zugriff auf den Onkologie-Hoffnungsträger durch die Übernahme der chinesischen Biotheus. Im Anschluss hat sich die deutsche Biotech-Firma das US-Schwergewicht Bristol Myers Squibb mit ins Boot geholt, um die Entwicklung von Pumitamig (vormals BNT327) zu beschleunigen.
Auf dem Fachkongress in Kopenhagen wird BioNTech zudem die Ergebnisse des ersten Teils der globalen klinischen Phase-3-Studie PRESERVE-003 mit Gotistobart präsentieren. Diese zeigten wiederum laut dem Unternehmen einen klinisch relevanten Gesamtüberlebensvorteil sowie Anti-Tumor-Aktivität im Vergleich zum derzeitigen Behandlungsstandard in Zweit- und späteren Therapielinien des Plattenepithelkarzinoms der Lunge.
Der geplante, überraschende Wechsel an der Spitze von BioNTech hat die Marktteilnehmer spürbar verunsichert und die weiteren Fortschritte in der Onkologie-Pipeline in den Hintergrund rücken lassen. Hier müssen die Mainzer in den kommenden Monaten bei den Anlegern punkten, um das Vertrauen auch peu à peu wiederherstellen zu können. Anleger beobachten das Geschehen vorerst weiter von der Seitenlinie aus.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech.
Heute, 13:26