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02.07.2020 Marion Schlegel

Bayer: Neue Schulden in Milliardenhöhe

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Bayer

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat sich nur wenige Tage nach der Einigung im milliardenschweren US-Glyphosat-Streit Geld am Anleihenmarkt besorgt. Wie der DAX-Konzern am Mittwochabend in Leverkusen mitteilte, wurden Anleihen im Gesamtwert von sechs Milliarden Euro und Laufzeiten von vier bis zwölf Jahren platziert. Die Verzinsung liegt bei 0,375 bis 1,375 Prozent pro Jahr.

Bayer (WKN: BAY001)

Erst in der vergangenen Woche hatte Bayer sich im Streit um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter in den USA mit einem Großteil der Kläger geeinigt. Für das teure Erbe des 2018 übernommenen US-Saatgutkonzerns Monsanto wollen die Leverkusener 10,1 bis 10,9 Milliarden Dollar (9,1 bis 9,8 Milliarden Euro) in die Hand nehmen.

Mit dem Kompromiss sollen etwa 75 Prozent der aktuellen Verfahren abgeschlossen werden – mit insgesamt etwa 125.000 eingereichten und nicht eingereichten Klagen. Auch die restlichen Verfahren sollten in den kommenden Monaten zum Abschluss kommen.

Neben den Glyphosat-Prozessen einigte sich Bayer auch in anderen Rechtsstreits und nimmt 820 Millionen Dollar in die Hand, um den wesentlichen Teil der US-Verfahren wegen des Umweltgifts PCB beizulegen. Hierbei geht es um mit Chemikalien verseuchte Gewässer.

Für 400 Millionen Dollar soll zudem der Streit um Verwehungen des Unkrautvernichters Dicamba und die daraus angeblich entstandenen Ernteschäden vom Tisch – hier erwartet Bayer allerdings einen Kostenbeitrag des ebenfalls verklagten Konkurrenten BASF.

Um die Kosten für die Vergleiche zu stemmen – maximal jeweils fünf Milliarden Dollar 2020 und 2021 und den Rest später – hatte Bayer bereits die Ausgabe von Anleihen in Aussicht gestellt. Zudem soll allein der Verkauf des Tiermedizin 7,6 Milliarden Dollar einbringen – den Großteil davon in bar, einen kleineren Teil in Aktien des Käufers Elanco.

Die Aktie von Bayer kann in einem freundlichen Handelsumfeld am Donnerstag 1,6 Prozent zulegen auf 66,96 Euro. Eine aktuelle Einschätzung zu der Aktie lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 28/2020 des AKTIONÄR, die Sie hier herunterladen können.

(Mit Material von dpa-AFX)

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