17.07.2019 Michel Doepke

Bayer nach dem Teilerfolg: Das raten jetzt die Analysten

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Bayer
Trendthema

Die Schadenersatzzahlung im Glyphosat-Fall Edwin Hardeman wurde um etwa 55 Millionen Dollar zu Gunsten von Bayer reduziert. Dennoch wollen die Leverkusener in Berufung gehen. Unter den Analysten kommt die mildere Strafe positiv an. Die Schweizer Großbank UBS und die US-Investmentbank Goldman Sachs sehen auch danach erhebliches Kurspotenzial.

Goldman Sachs hat die Einstufung für Bayer nach der Reduzierung der Strafe in dem Glyphosat-Prozess in den USA auf "Buy" mit einem Kursziel von 77 Euro belassen. Das sei leicht positiv, entspreche aber den Erwartungen, schrieb Analyst Keyur Parekh in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Bereits am Montag wagte Parekh einen Ausblick auf die bevorstehenden Q2-Ergebnisse von Bayer. Der Experte rechnet mit einem starken Pharmageschäft im zweiten Quartal. Das Pflanzenschutzsegment dürfte indes unter dem Wetter gelitten haben.

Knapp 90 Prozent Potenzial sieht die UBS. Die Einstufung für Bayer nach der Reduzierung der Strafe in einem Glyphosat-Prozess in den USA bleibt unverändert "Buy" mit einem Kursziel von 110 Euro. Analyst Michael Leuchten hält einen Vergleich laut seiner am Dienstag vorliegenden Studie weiter für das wahrscheinlichste Ausgangsszenario.

Ein Vergleich ist durchaus denkbar. Doch wie hoch fällt eine Vergleichssumme aus? Daran scheiden sich aktuell die Geister. Die Prognosen reichen von 2,5 Milliarden Dollar bis 20 Milliarden Dollar. Klar ist aber auch: Im Aktienkurs von Bayer ist viel Negatives eingepreist. Aktuell werden die DAX-Titel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9 für das laufende Jahr bewertet.

Bayer (WKN: BAY001)

Aus fundamentalen Gesichtspunkten ist die Aktie mit einem einstelligen KGV für das laufende Jahr attraktiv bewertet. Doch solange die Glyphosat-Problematik in den USA weiter schwelt, dürfte eine nachhaltige Erholung bei den DAX-Papieren schwierig werden. Spannung verspricht zudem der Halbjahresbericht, den Bayer am 30. Juli vorlegen möchte. An der grundlegenden Einschätzungen des AKTIONÄR hat sich indes nichts geändert: Anleger sollten mit einem langfristig angelegten Einstieg noch abwarten.