14.03.2020 Michel Doepke

Bayer: Bewegung in Sachen Glyphosat – Aktie vor Befreiungsschlag?

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Bayer

Bayer steuert im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken von Glyphosat-Unkrautvernichtern laut einem US-Zeitungsbericht auf eine Lösung zu. Das Unternehmen habe sich mit sechs Anwaltskanzleien, die im Auftrag Zehntausender Kläger verhandelten, auf einen Vergleichsentwurf geeinigt, schrieb das Wall Street Journal (WSJ) am Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf Insider.

Der Kompromiss sehe eine Zahlung in der Größenordnung von zehn Milliarden Dollar vor. Die Dimension entspräche in etwa den Markterwartungen.

Kein Kommentar von Bayer

Bayer erklärte, dass die Verhandlungen andauerten und das Unternehmen keine Spekulationen kommentieren könne. Der deutsche Agrarchemie- und Pharmakonzern hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto enorme Rechtsrisiken aufgeladen. Zuletzt war Bayer laut eigenen Angaben mit rund 48.600 US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken von Monsanto-Produkten mit dem Wirkstoff Glyphosat konfrontiert.

Bayer verschaffte sich Zeit

Die ersten drei Glyphosat-Prozesse in den USA hatte Bayer verloren und hohe Schadenersatzurteile kassiert, allerdings will der Konzern die Schuldsprüche in Berufungsverfahren aufheben lassen. Zeitgleich laufen hinter den Kulissen schon seit Monaten auf Hochtouren Vergleichsgespräche unter der Aufsicht des US-Staranwalts Ken Feinberg, der als Vermittler zwischen Bayer und Klägern verpflichtet wurde. Alle weiteren US-Gerichtsverfahren bislang wurden vertagt, um den Streitparteien Zeit für Verhandlungen zu verschaffen.

Bayer (WKN: BAY001)

Eine Vergleichssumme von zehn Milliarden Dollar liegt im Rahmen der Erwartungen und wäre für Bayer verkraftbar. Die Bayer-Aktie ist im Zuge des Ausverkaufs an den Börsen auf ein neues Mehrjahrestief gerutscht, die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt damit wieder unter dem Kaufpreis von Monsanto. Das zeigt, wie viel Negatives inzwischen in der Bewertung des DAX-Unternehmens eingepreist ist. Ein zeitnaher Vergleich in der spekulierten Größenordnung könnte zumindest kurzfristig für steigende Kurse sorgen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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