Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
Foto: Börsenmedien AG, Bayer
08.08.2019 Marion Schlegel

Bayer-Aktie: Endlich!

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Bayer

Der Bayer-Konzern könnte Insidern zufolge schon bald den nächsten großen Spartenverkauf ankündigen. Der Pharmakonzern arbeite mit Elanco Animal Health an einem Deal zum Verkauf des Geschäfts mit Tiermedizin, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwochabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Ursprünglich hatte Bayer für die Einheit einen Kaufpreis von acht Milliarden Euro oder mehr im Sinn. Elanco könnte einen Teil des Preises mit Aktien bezahlen, so dass Bayer Minderheitsaktionär werden würde. Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hatte Elanco 2018 an die Börse gebracht.

Bayer (WKN: BAY001)

DER AKTIONÄR hat in der Vergangenheit bereits regelmäßig über den Verkaufsprozess der Sparte Bayer Animal Health berichtet, nun scheint das Ganze endlich konkretere Formen anzunehmen. Eine solche Transaktion kann sich DER AKTIONÄR sehr gut vorstellen. Denn beide Tiergesundheitsgeschäfte wachsen solide. Gemeinsam könnte ein neuer Top-Player hinter dem Marktführer Zoetis entstehen und die Marktposition für beide Einheiten erheblich verbessern, wenn die Kartellbehörden einen solchen Deal durchwinken.

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Die Bayer-Aktien waren am Mittwoch im Xetra-Handel schon sechs Prozent gestiegen, weil die Leverkusener den Chemieparkbetreiber Currenta, an dem sie die Mehrheit halten, zu einem guten Preis losgeworden sind. Das Unternehmen geht für 3,5 Milliarden Euro inklusive Schulden an Macquarie Infrastructure and Real Assets, eine Fondstochter der australischen Investmentbank Macquarie. „Der Verkaufspreis ist höher als erwartet", schrieb Analyst Markus Mayer von der Baader Bank in einer ersten Einschätzung. Am Markt hätten zuvor Bewertungen von 2 bis 2,5 Milliarden Euro die Runde gemacht.

Sowohl der Verkauf von Currenta als auch der wohl bevorstehende Verkauf des Geschäfts mit Tiermedizin machen absolut Sinn. Für einen Befreiungsschlag bei der Aktie wären allerdings Fortschritte bei der nach wie vor ungelösten Glyphosat-Problematik wichtig. Aus charttechnischer Sicht wäre zunächst der nachhaltige Sprung über die 200-Tage-Linie wichtig, um das angeschlagene Bild etwas aufzuhellen. Eine aktuelle Einschätzung zur Bayer-Aktie finden Sie in der neuen Ausgabe des AKTIONÄR, die hier als E-Paper zum Abruf bereit steht.

(Mit Material von dpa-AFX)

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