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Volkswagen, BMW & Co auf Talfahrt: Ukraine-Krieg hinterlässt Spuren

Volkswagen, BMW & Co auf Talfahrt: Ukraine-Krieg hinterlässt Spuren
Foto: iStockphoto
Bayerische Motoren Werke AG -%
Marion Schlegel 03.03.2022, 06:51 Marion Schlegel

Die Folgen des Ukraine-Kriegs könnten die deutsche Autoindustrie schwer treffen. Der Verband der Automobilindustrie erklärte am Mittwoch, ein verlässlicher Ausblick sei schwierig: "Fest steht aber: Es wird zu weiteren Beeinträchtigungen bei der Produktion von Fahrzeugen in Deutschland kommen." Grund ist, dass wichtige Teile fehlen und es zu einer Knappheit bei Rohstoffen kommen könnte. Mehrere deutsche Autohersteller hatten bereits von Produktionsunterbrechungen berichtet.

BMW (WKN: 519000)

So stehen in den BMW-Werken München, Dingolfing und Steyr sowie in den Mini-Werken in Oxford und in den Niederlanden nächste Woche die Bänder still, weil Kabelbäume aus der Ukraine fehlen, wie ein Sprecher des Autokonzerns am Mittwochabend in München sagte. Von Problemen hatte zuvor auch der VW-Konzern berichtet.

"Die Hersteller und Zulieferer arbeiten mit Hochdruck daran, die Ausfälle und Behinderungen in den Lieferketten zu kompensieren und Alternativen hochzufahren", so der VDA. "Eine Fortsetzung der Produktion an alternativen Standorten liegt im Interesse der Kunden, der Beschäftigten, der Unternehmen und eines starken Wirtschaftsstandorts Deutschland und Europa."

Mercedes-Benz (WKN: 710000)

Die Kriegshandlungen Russlands führten zur Unterbrechung von Lieferketten, teilte der Verband mit. Der Transport sei eingeschränkt, die Produktion in Zulieferbetrieben falle aus. Kurzfristig ergebe sich eine Reduzierung der Zulieferung von Kabelbäumen. "Bei den Kabelbäumen handelt es sich um ein komplexes und teils für jedes Fahrzeugmodell individuell angefertigtes Bauteil. Hier gibt es kaum Lagerbestände." Neben Tunesien versorge vor allem die Ukraine europäische Hersteller mit diesem Bauteil. Die Produktion könne nicht kurzfristig umdisponiert werden.

Der VDA rechnet außerdem langfristig mit einer Knappheit und einem Preisanstieg bei Rohmaterialien. Dies betreffe vor allem die Rohstoffe Neongas, Palladium und Nickel.

Die Ukraine sei einer der wichtigsten Neon-Lieferanten. "Wir erwarten Auswirkungen auf die europäische Halbleiterproduktion, da Chips bereits jetzt Mangelware sind. Bei der Halbleiterproduktion kommen Hochleistungs-Laser zum Einsatz, die unter anderem das Edelgas benötigen."

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Zum anderen könnte Palladium aus Russland für Katalysatoren fehlen. Etwa ein Fünftel des nach Deutschland importieren Palladiums komme aus Russland. Ein wichtiger Rohstoff zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien sei Nickel. "Damit ist dieser Rohstoff unersetzbar für den Hochlauf der Elektromobilität", so der Verband. Russland sei unter anderem ein wichtiges Förderland für Nickelerz.

Die deutsche Automobilindustrie, Hersteller und Zulieferer, unterhalte etwa eigene 43 Fertigungsstandorte in Russland und sechs der Ukraine. Zudem gebe es weitere internationale Werke, die Komponenten zuliefern.

Die Aktien der deutschen Autobauer Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz sind zuletzt deutlich unter Druck geraten. Neueinsteiger warten eine Bodenbildung ab. Bei Volkswagen und Mercedes-Benz können Anleger versuchen, mit Abstauberlimits zu agieren.

Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz.

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