Die Aktie des deutschen Biosprit-Herstellers Verbio gehörte am Dienstag zu den schwächsten Werten im HDAX. Schwächelnde Ölpreise haben für Gewinnmitnahmen und einen Kursrutsch von satten 11,6 Prozent auf der Handelsplattform Xetra gesorgt. Mittel- bis langfristig ausgerichtete Anleger sollte der Kurseinbruch allerdings nicht beunruhigen.
Im weiter schwelenden Iran-Krieg hatten Israel und der Iran ihre Angriffe vorerst wieder auf Eis gelegt. Die Preise für WTI und Brent sind daraufhin klar gefallen. Verbio ist allerdings ein Gewinner von höheren Ölpreisen, da die Verbraucher an Tankstellen dann eher zu E10 statt zu Super greifen. Zur Produktpalette von Verbio gehört unter anderem Bioethanol, das Benzin beigemischt wird. E10 hat einen Ethanol-Anteil von zehn Prozent und ist an der Tankstelle günstiger als Superbenzin.
Die charttechnische Verfassung trübte sich damit deutlich ein, die wichtige 100-Tage-Linie als Indikator für den mittel- bis langfristigen Trend fungiert allerdings nun als klarer Support.
Prognose erst erhöht
Die Ölpreise sind allerdings immer noch auf einem Niveau, das Verbio in die Karten spielt. Das Unternehmen erhöhte vor kurzem erst die Gewinnprognose für das laufende Fiskaljahr 2025/26 (bis Ende Juni). Firmenlenker Claus Sauter und sein Team rechnen mit einem bereinigten EBITDA zwischen 160 und 180 Millionen Euro. Da das Geschäft des Biosprit-Herstellers stark schwankenden Marktpreisen unterliegt, dürfte der Konzern erneut bewusst konservativ planen.
Die Ölpreise verharren immer noch auf einem attraktiven Niveau für den deutschen Biosprit-Produzenten. Zudem erhält Verbio weiteren Rückenwind von der Regulatorik und hohen THG-Prämien. Spekulativ ausgerichtete Anleger nutzen den Dip zum Auf- beziehungsweise Ausbau der Position und sichern diese mit einem Stopp bei 28,50 Euro ab.
Heute, 08:14