Der Industriegase-Hersteller Linde hat zwar vor gut drei Jahren dem Börsenplatz in Frankfurt mit einem Delisting den Rücken gekehrt. Das Unternehmen ist allerdings auch trotz dieser Entscheidung nach wie vor ein absoluter Dauerbrenner an der Börse. Und geht es nach zwei aktuellen Analystenstimmen, besteht weiter Luft nach oben.
Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Linde von 455 auf 525 Dollar angehoben und die Aktien von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft. Linde sei angesichts der gegenwärtig schwierigen Marktbedingungen besser aufgestellt als andere Unternehmen aus der Rohstoffbranche, schrieb Jeffrey Zekauskas am Donnerstagabend. Die Kunden aus dem US-Chemiesektor dürften operativ zulegen, um von höheren Exportpreisen zu profitieren. Die Inflation der Rohstoffpreise dürfte zu einem gewissen Grad an die Kunden des Herstellers industriell genutzter Gase weitergereicht werden.
Noch mehr Potenzial sieht sogar Bernstein Research. Analyst James Hooper stuft den ehemaligen DAX-Wert weiter mit "Outperform" und einem Zielkurs von sogar 537 Dollar ein. Für die Industriegase-Hersteller Linde, Air Liquide und Air Products wären knappheitsbedingte Höchstpreise für Helium im Zuge des Iran-Kriegs nach dem Gegenwind im vergangenen Jahr positiv, schrieb James Hooper in seiner Betrachtung der Chemie- und Halbleiterbranche vom Donnerstagabend. Für letztere betonte er, Infineon habe gut diversifizierte Lieferketten und keine direkten Abhängigkeiten von Lieferanten aus dem Nahen Osten.
Die Aktie von Linde ist und bleibt ein aussichtsreiches, relatives krisensicheres Investment. Das Unternehmen besticht sowohl produktseitig als auch geografisch durch eine hohe Diversifikation und agiert als Schlüssellieferant wichtiger Gase in zahlreichen Branchen. Darüber hinaus verfügt Linde neben Air Products und Air Liquide über eine sehr gute Marktstellung. Das Papier bleibt auf der Kaufliste des AKTIONÄR. Kursplus seit Vorstellung in Ausgabe 17/20: rund 140 Prozent (exklusive Dividenden).
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 15:45