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28.07.2021 Benedikt Kaufmann

Spotify: Podcasts laufen top – doch die Q2-Zahlen haben einen Mangel

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Der Musik-Streaming-Dienst Spotify kann in seinem zweiten Quartal zwar die Erwartungen der Analysten übertreffen, bleibt aber beim Nutzerwachstum sogar hinter der eigenen Prognose zurück. Die Anleger reagierten enttäuscht und schickten die Spotify-Aktie kräftig ins Minus.

Trotz dem starken Zuwachs im Vorjahresquartal konnte Spotify auch im zweiten Quartal 2021 seinen Umsatz um 23 Prozent auf 2,33 Milliarden Euro steigern. Grund für diese Entwicklung war vor allem eine Verdopplung der Werbeumsätze, die insbesondere durch hohe Werbeeinnahmen bei den beliebten Podcasts wie “The Joe Rogan Experience”, „Renegades: Born in the USA (Obama & Springsteen)“ oder „The Michelle Obama Podcast“ sowie einer allgemeinen Erholung nach der Corona-Krise erzielt wurden.

Die Podcasts bleiben dabei im Fokus des Streaming-Dienstes. Ende Juni waren 2,9 Millionen Podcasts auf der Plattform zu finden – ein deutlicher Zuwachs gegenüber den 2,6 Millionen Ende März.

Hohe Werbeeinkünfte und deutliche Zugewinne im Premium-Bereich sorgten auch unter dem Strich für positive Effekte. Der Nettoverlust verringerte sich auf 20 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 356 Millionen Euro und der operative Gewinn kletterte auf 12 Millionen Euro (Vorjahresquartal: Verlust von 167 Millionen Euro).

Hier geht's zum Quartalsbericht von Spotify

Nutzerwachstum sorgt für Enttäuschung

Während die Zahl der Premium-Accounts um 20 Prozent auf 165 Millionen zulegte, konnte die Zahl aller monatlich aktiven Nutzer (MAUs) sogar um 22 Prozent auf 365 Millionen steigen. Dennoch enttäuschte Spotify ausgerechnet hier: Denn das Management prognostizierte ursprünglich ein Wachstum der MAUs auf 366 bis 373 Millionen.

Als Grund für die schwache Performance gab Spotify die erneut steigenden Corona-Infektionen in einigen Märkten sowie das damit einhergehende Zurückfahren der Marketing-Aktivitäten an. Zudem soll es mit einem Drittanbieter Probleme gegeben haben, die sich auf das Nutzerwachstum auswirkten, aber mittlerweile beseitigt seien.

Beim Blick auf das zweite Halbjahr sieht sich Spotify jedoch wieder auf Spur und hat eine optimistische Nutzerprognose abgegeben. Im Q3 sollen die MAUs auf 377 bis 382 Millionen steigen, im Q4 auf einen Wert zwischen 400 und 407 Millionen.

Die Enttäuschung rund um den Nutzerzuwachs sorgt dafür, dass die Spotify-Aktie weiterhin im Abwärtstrend gefangen bleibt. Anleger warten ab, bis sich das Chartbild wieder deutlich aufhellt.

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