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16.03.2020 Jan Paul Fori

So profitiert Alphabet von der Coronakrise

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Alphabet

Mit einem Minus von mehr als 30 Prozent zählt auch die Alphabet-Aktie zu den großen Verlierern der Coronakrise. Aktuell notieren die Papiere der Konzernmutter des Suchmaschinen-Giganten Google auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2019. Jedoch zeigt der genaue Blick auf die Zahlen zum vierten Quartal, dass das Unternehmen aktuell stärker dasteht denn je. 

So stiegen die Umsatzerlöse im vergangenen Geschäftsjahr um 18 Prozent auf 161,9 Milliarden Dollar. Gleichzeitig konnte der Nettogewinn um rund 12 Prozent auf 34,3 Milliarden Dollar zulegen. Zudem verfügt der Konzern über flüssige Mittel in Höhe von 119,7 Milliarden Dollar und damit mehr als genug, um die Gesamtverbindlichkeiten zu begleichen. 

Dabei kommt der Großteil der Umsatzerlöse weiterhin von Werbeeinnahmen aus dem Geschäftsbereich Google Search, indem das Unternehmen seine Suchmaschine Google bilanziert. Im Berichtszeitraum stiegen diese Einnahmen um 15 Prozent auf mehr 98 Milliarden Dollar. Insgesamt trägt die Sparte mehr als 60 Prozent zum Gesamtergebnis bei. 

Ein weiteres Standbein von Alphabet ist die hauseigene Video-Plattform YouTube. Im vergangenen Jahr konnten die YouTube-Werbeeinnahmen um rund 36 Prozent auf mehr als 15 Milliarden Dollar zulegen. Damit hat YouTube allein durch seine Werbeeinnahmen weitere 9,4 Prozent zum Gesamtergebnis beigetragen.  

Die Ergebnisse der Unternehmenssparte Google Cloud wirken daher auf den ersten Blick relativ bedeutungslos: Lediglich 5,5 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet der Konzern aktuell im Cloud-Geschäft. Allerdings liegt hier der Teufel im Detail: So betrug das Umsatzwachstum stolze 52,7 Prozent.   


Alphabet, Google

Wie die Grafik zeigt, erzielt Alphabet seit Jahren zweistellige Umsatzwachstumsraten. Diese Story dürfte sich auch in diesem Jahr fortsetzen, schließlich spielt die Corona-Pandemie dem Konzern tendenziell in Karten.

So verzeichnet Italien aufgrund des Shutdowns eine deutlich höhere Internetnutzung der privaten Haushalte. Dies wiederum mündet in deutlich mehr Suchanfragen bei Google und Videoaufrufen bei YouTube. 

Doch der Konzern bietet nicht nur eine Suchmaschine und Video-Plattform, sondern mit der Google-Cloud, dem E-Mail-Provider Gmail und dem Onlinespeicher-Dienst Google Drive ein breites Repertoire, um selbst bei einem Shutdown ortsunabhängig kommunizieren und arbeiten zu können. 

Alphabet (WKN: A14Y6F)

Nachdem die Aktie zuletzt unglücklich unter den Stopp bei 1.200 Euro gefallen ist, rät DER AKTIONÄR in der aktuellen Ausgabe zum Wiedereinstieg. Die langfristigen Aussichten bei Alphabet sind weiterhin traumhaft. Das langfristige Kursziel liegt bei 1.500 Euro. Zur Absicherung sollten Neueinsteiger jedoch einen Stopp bei 900,00 Euro platzieren. 

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

Autoren: McNamee, Roger
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 21.11.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-662-2