China will ByteDance und Alibaba offenbar den Kauf des neuen Profi-Chips RTX Pro 5500 erlauben. Für Nvidia wäre das Geschäft, das in keiner Prognose steht. Doch wie belastbar ist das Signal?
Peking fragt nach Stückzahlen. Laut The Information wollte das chinesische Industrieministerium MIIT von Konzernen wie ByteDance und Alibaba wissen, wie viele RTX Pro 5500 sie kaufen wollen und wofür – und signalisierte eine mögliche Genehmigung. Bestätigt ist das allerdings bislang nicht.
Nvidia: Das Geschäft, das in keiner Prognose steht
Die RTX Pro 5500 ist eine Grafikkarte, ein Bauteil mit Nvidias Rechenchip, das in den Rechner gesteckt wird. Gedacht ist sie für Workstations: besonders starke Arbeitsrechner, an denen Ingenieure Maschinen konstruieren oder Designer Filme schneiden. Rechenzentren, also Hallen voller vernetzter Server für KI, beliefert Nvidia mit teureren Spezialchips – und genau auf die zielen die US-Exportregeln. Mit 84 Gigabyte Speicher trägt die Karte aber auch KI-Modelle. ByteDance erwägt laut Reuters rund eine Million Stück. Nvidia plant ab Ende Dezember etwa 500.000 Einheiten pro Quartal für China.
Für das laufende Quartal stellt Nvidia 108 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, ausdrücklich ohne Rechenzentrumsumsatz aus China. Im Vorquartal kamen 7,90 Milliarden Dollar aus China, gut acht Prozent des Umsatzes, fast nur aus Gaming- und Workstation-Produkten. Alles aus China wäre Zusatzgeschäft.
Doch vor einem Jahr ließ Peking Bestellungen der ähnlichen RTX Pro 6000D stornieren. Ob die USA die RTX Pro 5500 genehmigen, ist offen. Und Peking drängt auf heimische Chips, etwa von Huawei. Nvidias Risiko ist die Chance für Chinas Chipbranche – deren Aufholjagd begleitet Michael Diertl im Börsenbrief China Stock Report.
Die Aktie schloss am Freitag bei 225 Dollar. Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 237 Dollar fehlen gut fünf Prozent – das ist der nächste Widerstand. Nach unten bildet die Zone zwischen 210 und 215 Dollar die Unterstützung. Die 200-Tage-Linie verläuft erst bei rund 200 Dollar. Der nächste harte Termin sind die Quartalszahlen Ende November.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
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