Die SpaceX-Rally geht ungebremst weiter. Nur wenige Tage nach dem historischen Börsengang zieht der Raumfahrtkonzern von Elon Musk nicht nur an Amazon, sondern auch an Microsoft vorbei und steigt zur viertwertvollsten US-Firma auf. Doch die Bewertung wird zunehmend kontrovers diskutiert.
Das Wichtigste kurz und knapp
• SpaceX steigt am Dienstag um rund acht Prozent und überholt Microsoft beim Börsenwert.
• Die Marktkapitalisierung klettert auf 2,94 Billionen Dollar – Microsoft kommt auf 2,93 Billionen Dollar.
• Analysten warnen vor hohen Erwartungen, enormem Kapitalbedarf und ambitionierten Wachstumszielen.
SpaceX bleibt nach dem größten Börsengang der Geschichte im Höhenflug. Die Aktie des Raumfahrt- und Satelliteninternet-Konzerns legt am Dienstag erneut kräftig zu und setzt damit die beeindruckende Rally nach dem IPO vom Freitag fort.
Besonders bemerkenswert: SpaceX hat nur wenige Handelstage nach dem Debüt Microsoft beim Börsenwert überholt. Die Marktkapitalisierung von SpaceX liegt nun bei 2,94 Billionen Dollar. Microsoft kommt auf 2,93 Billionen Dollar. Damit steigt SpaceX zur viertwertvollsten US-Firma auf. Nach Amazon hat der Musk-Konzern damit auch Microsoft hinter sich gelassen.
Bereits am Montag, dem ersten vollständigen Handelstag nach dem IPO, war die SpaceX-Aktie um 20 Prozent nach oben geschossen. Am Freitag hatte das Papier sein Börsendebüt mit einem Schlusskurs von 160,95 Dollar beendet – 19 Prozent über dem Ausgabepreis von 135 Dollar.
Für zusätzliche Fantasie sorgt Elon Musk selbst. Der SpaceX-Chef hatte am Wochenende auf X erklärt, das Unternehmen könne im Jahr 2030 „ungefähr“ eine Billion Dollar Umsatz erreichen. Das wäre ein gewaltiger Sprung: 2025 hatte SpaceX Erlöse von 18,7 Milliarden Dollar erzielt. Gleichzeitig schrieb der Konzern im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal des laufenden Jahres lag der Verlust bei 4,28 Milliarden Dollar.
Am heutigen Dienstag kam eine weitere Meldung hinzu: SpaceX kündigte die Übernahme des beliebten KI-Coding-Agenten Cursor für 60 Milliarden Dollar an. Damit baut Musk die KI-Komponente im Konzern weiter aus, nachdem SpaceX im Februar bereits mit seinem KI-Start-up xAI zusammengeführt worden war.
Die Kursrally ruft allerdings auch Skeptiker auf den Plan. CFRA hat die Aktie am Freitag mit „Sell“ und einem Kursziel von 115 Dollar in die Bewertung aufgenommen. Die Analysten verweisen auf die extrem ambitionierte Wachstumsstrategie, die hohe Bewertung und den erheblichen Kapitalbedarf des Unternehmens.
Auch Steve Westly, Gründer und Managing Partner von The Westly Group sowie früheres Tesla-Boardmitglied, mahnte gegenüber CNBC, SpaceX müsse nun schnell liefern. Investoren könnten nach drei oder vier Quartalen ungeduldig werden, falls Musk die im Börsenprospekt skizzierten Wachstumsziele nicht erreicht.
Bullen sehen dagegen weiterhin die große langfristige Story. Wedbush-Analyst Dan Ives verweist auf die sogenannte vierte industrielle Revolution und die Rolle von SpaceX in Bereichen wie Raumfahrt, Infrastruktur und Industrie.
DER AKTIONÄR hat bereits gestern zu Teilgewinnmitnahmen geraten. Das gilt unverändert. Investierte Anleger lassen die Restposition laufen und freuen sich über ein Plus von rund 50 Prozent gegenüber dem IPO-Preis.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft.
Heute, 18:11