Der US-Konzern Madison Air will mit der milliardenschweren Übernahme des deutschen Ventilatoren-Spezialisten EBM-Papst das nächste Kapitel der Wachstumsstory aufschlagen. Anlegern stößt die geplante Akquisition, die in etwa ein Drittel des Börsenwertes von Madison Air entspricht, sauer auf. Die Aktie verliert rund fünf Prozent an Wert.
Der Nettoverkaufspreis von EBM-Papst an Madison Air beträgt 4,775 Milliarden Euro. Dadurch wird das deutsche Familienunternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Mulfingen mit 5,1 Milliarden Euro bewertet. Die Transaktion muss allerdings noch von den zuständigen Kartellbehörden genehmigt werden.
„Wir sind dank unserer strategischen Ausrichtung auf Wachstumskurs, unser innovatives Kerngeschäft Air Technology wächst stark, und das Datacenter-Geschäft entwickelt sich außerordentlich dynamisch", so EBM-Papst-Chef Klaus Geißdörfer. "Das große Potenzial für die Weiterentwicklung der Gruppe ist aber nicht ausgeschöpft und mit Madison haben wir einen Partner gefunden, der genau versteht, was EBM-Papst ausmacht und was wir brauchen, um unsere Marktführerschaft weiter auszubauen. Wir werden auch von einem besseren Zugang zum US-Markt profitieren.“
Im Rahmen der Transaktion übertragen die drei Gesellschafterfamilien EBM-Papst an Madison Air. Mulfingen soll weiterhin der Hauptsitz des Unternehmens sein und damit ein "bedeutender Standort" für Forschung, Entwicklung und Produktion. Der US-amerikanische Anbietern von Luftqualitätslösungen hat zudem Investitionen zugesagt.
EBM-Papst wird aller Voraussicht nach amerikanisch. Der geplante Deal erinnert stark an die Übernahme des deutschen Heiztechnik-Spezialisten Viessmann durch Carrier, die Anfang 2024 vollzogen wurde. Bei der Aktie von Madison Air drängt sich derzeit (auch aus charttechnischer Sicht) kein Einstieg auf.
Heute, 17:36
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