Rothschild & Co Redburn hat am Dienstag vier US-Rüstungswerte neu in die Bewertung aufgenommen. Lockheed Martin, Northrop Grumman und Kratos erhalten das Urteil „Kaufen“, AeroVironment startet mit „Neutral“. Dahinter steht ein Pentagon-Antrag über 1,5 Billionen Dollar.
Lockheed Martin: 1,5 Billionen Dollar und leere Lager
Für das Fiskaljahr 2027 beantragt das Pentagon 1,5 Billionen Dollar. Das sind laut Redburn rund 49 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Lockheed Martin kommt ein zweiter Treiber hinzu: Der US-Bestand an PAC-3-Abfangraketen, die der Konzern baut, ist nach Zahlen des Center for Strategic and International Studies von 2.330 Stück vor dem Iran-Konflikt auf 759 bis 827 gefallen. Wer nur noch rund ein Drittel im Lager hat, muss nachbestellen. Redburn leitet daraus ein Kursziel von 650 Dollar ab, laut Analysehaus rund 29 Prozent Potenzial.
Allerdings stützt sich der Antrag zum Teil auf die sogenannte Reconciliation, ein Sonderverfahren, mit dem Haushaltsgesetze den Senat mit einfacher Mehrheit passieren können statt mit den sonst nötigen 60 von 100 Stimmen. Dazu kommen die Zwischenwahlen am 3. November: Gewinnen die Demokraten beide Kammern, wackeln die Zusatzmittel.
Die Aktie schloss am Dienstag, 6. Oktober, bei 510 Dollar und notiert damit 9,4 Prozent unter der 200-Tage-Linie. Diese verläuft bei 563 Dollar und bildet mit der 50-Tage-Linie bei 553 Dollar den nächsten großen Widerstand. Als Unterstützung dient die Marke von 500 Dollar, an der die Aktie seit Mai mehrfach gedreht hat. Fällt der Kurs darunter, rückt das 52-Wochen-Tief bei 437 Dollar in den Blick.
Die Brücke nach Deutschland heißt Rheinmetall. Die Düsseldorfer entwickeln mit Lockheed Martin seit 2023 den Raketenwerfer GMARS, fertigen Rumpfteile für den Kampfjet F-35 und haben im April 2025 ein gemeinsames Kompetenzzentrum für Raketen in Europa vereinbart.
Die Aktie schloss am Dienstag bei 953 Euro, rund 50 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und 28,7 Prozent unter der 200-Tage-Linie; Halt bietet das Juni-Tief bei 900 Euro.
Lockheed Martin legt am 22. Oktober Quartalszahlen vor, Rheinmetall voraussichtlich am 5. November. Lockheed Martin, AeroVironment und Rheinmetall bleiben laufende Empfehlungen des AKTIONÄRs. Die jeweiligen Stopps sollten dabei beachtet werden.
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