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Facebook: Wettbewerbsklage abgewiesen – Marktkapitalisierung durchbricht magische Marke

Facebook: Wettbewerbsklage abgewiesen – Marktkapitalisierung durchbricht magische Marke
Foto: Shutterstock
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29.06.2021, 09:12 ‧ Emil Jusifov
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Die US-Regierung hat einen schweren Rückschlag bei ihrem Versuch erlitten, vor Gericht die Zerschlagung von Facebook zu erreichen. Ein Richter in Washington wies eine entsprechende Klage der Handelsbehörde FTC ab. Die FTC habe nicht belegt, dass Facebook ein Monopol im Markt für soziale Netzwerke habe, argumentierte er in seiner am Montag veröffentlichten Entscheidung.

Allerdings ließ er der Behörde noch die Möglichkeit offen, binnen 30 Tagen eine aktualisierte Klage einzureichen. Eine ähnliche Klage von mehr als 40 Bundesstaaten wies der Richter hingegen komplett ab.

Die FTC warf Facebook in der im Dezember eingereichten Klage unfairen Wettbewerb vor und wollte die Abspaltung von Instagram und WhatsApp erreichen. Facebook habe die Foto-Plattform und den Chatdienst gekauft, um seine Dominanz vor den Rivalen zu schützen, lautet ihr Argument. Die Bundesstaaten untermauerten die Vorwürfe mit einer eigenen Klage.

Kritik am Vorgehen der Wettbewerbsbehörde

Der Richter hatte harsche Kritik für die Juristen der Behörde übrig. "In der Klage der FTC steht fast nichts Konkretes darüber, wie viel Macht Facebook in einem angemessen definierten Produktmarkt hatte und immer noch hat", schrieb er. "Es ist als wollte die Behörde, dass das Gericht einfach nur die allgemeine Überzeugung abnickt, dass Facebook ein Monopolist sei." Der rechtliche Begriff einer Monopol-Position sei aber präzise definiert und beziehe sich auf einen klar abgegrenzten Markt.

Facebook kaufte Instagram 2012 für etwa eine Milliarde Dollar und WhatsApp 2014 für am Ende rund 22 Milliarden Dollar. Beide Dienste haben inzwischen deutlich mehr als eine Milliarde Nutzer. Die US-Wettbewerbshüter gaben seinerzeit die Übernahmen von Instagram und WhatsApp frei. Die Klage der Bundesstaaten wies der Richter ab, weil sie seit den Übernahmen zu viel Zeit hätten verstreichen lassen.

Schon in der Vergangenheit hatte es Forderungen gegeben, Instagram und WhatsApp wieder aus Facebook herauszulösen. Der Konzern hat in den vergangenen Jahren die Infrastruktur hinter der Plattform seines Online-Netzwerks sowie Instagram und WhatsApp enger zusammengeführt. Das würde eine Aufspaltung technisch erschweren.

Die Anleger regierten am Montagabend erleichtert auf die Nachricht und hievten die Facebook-Papiere auf ein neues Allzeithoch. Die Aktie schloss den gestrigen Handel mit einem Plus von über vier Prozent ab und erreichte damit zum ersten Mal eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion Dollar.

Facebook (WKN: A1JWVX)

Eine Zerschlagung von Facebook wäre nicht zwangsweise schlecht für die Facebook-Aktionäre, da Instagram und WhatsApp als unabhängige Unternehmen eine höhere Bewertung an der Börse erreichen könnten als jetzt. Gerade bei WhatsApp besteht immer noch das Problem, dass der Dienst noch gar nicht monetarisiert wurde.

Das Positive an den News ist allerdings, dass Facebook nun wahrscheinlich doch die Möglichkeit bekommt, seine drei Dienste zusammenzuführen und so ein einheitliches in sich geschlossenes Ökosystem für seine Nutzer aufzubauen. Anleger lassen ihre Gewinne laufen!

(Mit Material von dpa-AFX)

Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Facebook.

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