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13.10.2021 Benedikt Kaufmann

Facebook: Nächste Whistleblowerin will aussagen

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Die Aktie von Facebook kann sich im schwachen Gesamtmarkt nicht vom negativen Sentiment rund um die Anschuldigungen der Whistleblowerin Frances Haugen befreien. Im vergangenen Monat verlor das Papier des Social-Media-Riesen über 14 Prozent. Jetzt kommt es sogar noch dicker: Eine zweite Whistleblowerin will ebenfalls vor dem US-Kongress aussagen.

Laut CNN ist die ehemalige Facebook-Datenwissenschaftlerin Sophie Zhang dazu bereit, vor dem US-Kongress auszusagen. Als Zhang vor einem Jahr gefeuert wurde, schrieb sie bereits einen detaillierten Bericht und beschuldigte Facebook, nicht genug gegen Hassbotschaften und Fake-News zu tun. Ihre Anklage wurde Grundlage eines Enthüllungsartikels im Guardian.

Im Gespräch mit CNN sagte die ehemalige Facebook-Angestellte zudem, sie habe detaillierte Dokumente an US-Ermittlungsbehörden weitergeleitet, die belegen, dass Facebook möglicherweise Strafgesetze verletze. Die Ermittlungen würden noch andauern.

Facebook wehrt sich gegen die Vorwürfe der Whistleblowerinnen mit bekannten Statements: Man habe bewusst eingegriffen, um den Traffic von viralen Videos hin zu Posts von Freunden und Familie zu lenken, schrieb Facebook-CEO Mark Zuckerberg. Man habe 150 Netzwerke entfernt, die in den öffentlichen Diskurs eingegriffen hätten und freiwillig in die Prüfung von Inhalten investiert, so ein Facebook-Sprecher.

Reichen dürften diese Maßnahmen nicht und es ist für Facebook auch schwer, ohne eine klare gesetzliche Regelung für 2,9 Milliarden monatlichen Nutzer aktiv zu werden. Daher hat Zuckerberg nicht nur einmal den US-Kongress dazu aufgerufen, die Sozialen Netzwerke zu regulieren.

Wie alle anderen Medien, wird auch Social Media reguliert werden – die einzig entscheidede Frage ist nur wie drastisch. Für Facebooks langfristige Geschäftsaussichten muss eine Regulierung aber nicht zwingend negativ sein. Denn im Grunde geht es darum, dass mehr als sieben Millionen Unternehmen gerne auf Facebook Werbung schalten, um Milliarden von Nutzern zu erreichen. Allenfalls die heftigste aller Regulierungskeulen: Nutzungsbeschränkungen oder ein Verbot von Social Media für Minderjährige, dürfte sich auf dieses Geschäftsmodell negativ auswirken – angesichts der niedrigen Kaufkraft der jungen Nutzer jedoch auch dann nur geringfügig.

Das negative Sentiment, das aktuell am Markt gegenüber dem Tech-Giganten vorherrscht, lässt sich aber nicht durch gute Langfrist-Aussichten und ein stabiles Kerngeschäft überdecken. Kurzfristig bleibt die Facebook-Aktie unter Druck und Anleger sollten trotz der günstigen Bewertung von Nachkäufen absehen, bis sich ein Boden ausgebildet hat.

Facebook (WKN: A1JWVX)

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