Jetzt auf die neuen Favoriten setzen!
Foto: Shutterstock
05.03.2021 Emil Jusifov

Facebook: Aufgepasst! Erneuter Schlag gegen Zoom

-%
Facebook

Facebook hat aufgrund seiner Marktmacht und zahlreicher Kartellverfahren gegen sich nur eine begrenzte Möglichkeit die Wettbewerber durch gezielte Übernahmen zu schwächen. Stattdessen verfolgt der Social-Media-Riese seit Jahren eine andere Strategie. Es werden einfach Funktionen kopiert, die die Konkurrenz populär und stark gemacht haben.

So hat Facebook letztes Jahr "Reels" eingeführt. "Reels" bietet TikTok-ähnliche Funktionen und ist auf der Instagram-Plattform verfügbar. Dieser Schritt wurde von vielen Marktbeobachtern als ein Schlag gegen den populären Rivalen TikTok empfunden.

Zoom wird verstärkt ins Visier genommen

Bereits letztes Jahr launchte Facebook auch "Messenger Rooms". Mit diesem Dienst können Videokonferenzen für bis zu 50 Teilnehmer aufgesetzt werden. Die Nutzung soll ähnlich simpel sein wie bei Zoom: Der Organisator verschickt einen Weblink, über den andere Teilnehmer der Konferenz beitreten können. Das war eine Machtdemonstration in Richtung des aufstrebenden Videokonferenzanbieters Zoom.

Vor Kurzem gab Facebook nun bekannt, dass Instagram auf den Livestream-Boom in Apps wie Zoom und Clubhouse mit einer neuen Funktion reagiert. In "Live Rooms" können bis zu vier Personen zusammen einen Videochat übertragen. Die Idee sei, damit zum Beispiel Talkshows, Fragerunden - oder auch nur Unterhaltungen mit Freunden führen zu können, erläuterte die zu Facebook gehörende Plattform am Montag. Auch eine Shopping-Funktion und Aktionen zum Spendensammeln können eingebunden werden.

Facebook (WKN: A1JWVX)

Die Facebook-Strategie, Konkurrenz-Funktionen auf seinen Plattformen zu implementieren, sollte sich langfristig auszahlen. Denn dadurch verhindert das Social-Media-Imperium, dass seine Nutzer vermehrt zu Wettbewerbern abwandern. Wie im Falle der Einführung von Zoom-ähnlichen Funktionen können dadurch sogar neue Nutzer hinzugewonnen werden, da Facebook an dieser Stelle im fremden Revier wildert. Zoom und Facebook sind keine unmittelbaren Konkurrenten. Dabeibleiben!

Der Autor Emil Jusifov hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Facebook.

Mit Material von dpa-AFX

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

Autoren: McNamee, Roger
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 21.11.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-662-2