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Druck auf SpaceX – „Preiskampf wird kommen“

Druck auf SpaceX – „Preiskampf wird kommen“
Foto: SpaceX/UPI Photo/picture alliance
Annalena Götz Heute, 08:00 Annalena Götz

Heute ist es so weit: Mit dem Börsengang von SpaceX erlebt der Kapitalmarkt den vorläufigen Höhepunkt des Jahres. Die Rekordbewertung macht seit Wochen Schlagzeilen – und Elon Musk wohl zum ersten Billionär der Welt. Der deutsche Raumfahrtingenieur Matthias Spott verfolgte die Idee einer Satellitenkonstellation im Low Earth Orbit (LEO) sogar noch vor Starlink. Im Interview mit DER AKTIONÄR spricht er über die Chancen des Geschäfts mit Raketen, Satelliten und der Vision von Rechenzentren im Orbit. Verspielt Europa eine historische Chance?

SpaceX hat sich im Börsenprospekt, das im Vorfeld des IPO veröffentlicht wurde, als Infrastrukturplattform mit drei Säulen präsentiert: Raumfahrt, Satellitenkommunikation und Künstliche Intelligenz. Profitabel sind davon bislang nur die Satelliten, sprich Starlink. Während diese Sparte 2025 bei 11,4 Milliarden Dollar Umsatz einen operativen Gewinn von 4,4 Milliarden Dollar erzielte, belasten hohe Investitionen in Raketenprogramme und Rechenzentren die Sparten Space und AI.

Matthias Spott, Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik, beschäftigt sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit New Space. Nach seinen Karrierestationen bei verschiedenen Luftfahrtkonzernen und Beratungsfirmen gründete er selbst – unter anderem eightyLEO und KLEO Connect. Damit gehörte Spott noch vor Starlink zu den ersten Unternehmern weltweit, die ein globales Satelliteninternet über eine LEO-Konstellation aufbauen wollten. In Europa scheiterte das Projekt. Starlink hingegen dominiert heute mit Tausenden um die Erde kreisenden Satelliten den Markt.

Matthias Spott
Quelle: Matthias Spott (Privat)
Matthias Spott gehörte zu den ersten Unternehmern weltweit, die ein globales Satelliteninternet über eine Satellitenkonstellation im Low Earth Orbit aufbauen wollten. Im Interview analysiert er den Erfolg von SpaceX und Europas verpasste Chancen.

DER AKTIONÄR: Herr Spott, mit Ihren Unternehmen eightyLEO und KLEO Connect gehörten Sie weltweit zu den allerersten, die die Idee hatten, ein weltumspannendes Satelliteninternet über eine Konstellation in der erdnahen Umlaufbahn aufzubauen und sicherten sich dafür sogar frühzeitig Funkfrequenzen. Wann war Ihnen erstmals klar, dass Satelliteninternet ein Milliardenmarkt werden könnte?

Matthias Spott: Dass es kommerziell betrachtet ein Milliardenmarkt werden könnte, das war sehr früh zu erkennen. Die Systemvorteile liegen auf der Hand: ein weltumspannendes Netz, nahezu Echtzeitkommunikation, extrem geringe Latenzzeiten und die Unabhängigkeit von terrestrischer Infrastruktur. Als ich begonnen habe, mich damit zu befassen, waren die amerikanischen Firmen noch darauf fokussiert, die anderen 50 Prozent der Weltbevölkerung, die damals keinen Zugang zum Internet hatten, zu erreichen. Unser Ansatz war ein anderer. Wir wollten – und so kommt der Name eightyLEO zustande – die verbleibenden 80 Prozent der Weltoberfläche vernetzen. Auf einmal reden wir über große Landmassen, über Wasserflächen, über den Luftraum. Dass bei einer Industrie 4.0 mit nahtloser Konnektivität ein riesengroßer Markt dahintersteht, das war schon absehbar – wenngleich das Potenzial von potenziellen Kunden, mit denen wir in dieser frühen Zeit gesprochen haben, lange nicht erkannt wurde.

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