Akamai hat am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss den größten Auftrag seiner Firmengeschichte gemeldet. Der KI-Entwickler Anthropic weitet die Zusammenarbeit aus und mietet für sieben Jahre Cloud-Kapazitäten im Wert von 11,6 Milliarden Dollar für verteilte CPU- und KI-Rechenlasten, weitere neun Milliarden Dollar sind als mögliche Erweiterung vereinbart. Nachbörslich sprang die Aktie um bis zu 20 % auf rund 133 Dollar an. Teil der strategischen Partnerschaft ist auch eine Option, mit der Anthropic zum Miteigentümer werden kann.
Akamai: Mehr als zweieinhalb Jahresumsätze
Der Auftrag entspricht gut dem 2,5-Fachen des für 2026 geplanten Konzernumsatzes von rund 4,5 Milliarden Dollar. Umsatz fließt erst ab der zweiten Jahreshälfte 2027, Ende 2028 soll eine Jahresrate von rund 1,70 Milliarden Dollar erreicht sein – rund 38 % des heutigen Umsatzes. Vorher muss Akamai rund 5,5 Milliarden Dollar in Server und Speicherchips investieren; allein im laufenden Jahr steigen die Investitionen dadurch um rund 1,7 Milliarden Dollar.
Damit wird der einstige Webbeschleuniger endgültig zum Anbieter von KI-Infrastruktur. Die Investitionen fließen gut ein Jahr, bevor die ersten Umsätze folgen, und ein einzelner Kunde prägt künftig das Wachstum. Altaktionären droht zudem eine Verwässerung.
Akamai: Die Option für Anthropic
Akamai hat mit Anthropic eine Option über bis zu 7,7 Millionen Aktien vereinbart. Das entspricht rund fünf Prozent der ausstehenden Aktien. Der Ausübungspreis liegt bei 111,33 Dollar je Aktie, also knapp über dem Schlusskurs vom Donnerstag. Anthropic erhält mögliche neue Aktien nicht auf einen Schlag: Die Zuteilung richtet sich danach, wie viel Kapazität Anthropic in den sieben Jahren tatsächlich bucht. Mit dem jetzt vereinbarten Auftrag über 11,6 Milliarden Dollar sind rund zwei Prozent sicher. Die übrigen rund drei Prozent bekommt Anthropic nur, wenn es zusätzlich Kapazität bucht: Für je drei Milliarden Dollar Mehrauftrag gibt es ein weiteres Prozent
Formal bezieht sich die Option auf stimmrechtslose, wandelbare Vorzugsaktien. Für Akamai ist das eine Treueprämie, die den Großkunden an sich bindet. Für die übrigen Aktionäre heißt das: Je erfolgreicher die Partnerschaft wird, desto stärker wird ihr Anteil verwässert.
Nach einem Schlusskurs von rund 110 Dollar am 24. September notierte die Aktie nachbörslich bei rund 133 Dollar, knapp unter dem Widerstand um 135 Dollar, dem Durchschnittskurs der Aktienrückkäufe im zweiten Quartal. Unterstützungen verlaufen in der Zone zwischen 100 und 110 Dollar, wo auch diverse gleitende Durchschnitte zusammenlaufen. Der nächste wichtige Termin sind die Zahlen zum dritten Quartal, voraussichtlich Anfang November.
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Leser des Hot Stock Report freuen sich mit: Wenige Stunden vor dem Deal wurde im Depot 2030 die Akamai-Position nachgekauft. Punktgenau gestern stand im Report 35/26 zu lesen: "Anthropic ist zurück (was Akamai hilft): Das neue Opus schlägt in 80 Prozent der Fälle das Premium-Modell Fable – bei 40 Prozent der Kosten." Akamai und die ebenfalls haussierenden Secunet sind die größten Positionen im Depot 2030, welches gerade die 500-Prozent-Marke knackt und drei weitere KI-Gewinner kauft.
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