Rückenwind, statt Gegenwind: Der schwedische Klimatechnik-Spezialist Munters verbucht eine starke Nachfrage nach seinen Lösungen. Haupttreiber ist, wie soll es auch anders sein, der Megatrend Künstliche Intelligenz (KI). Die Aktie gewinnt zur Stunde rund acht Prozent und kann sich damit von den jüngsten Verlaufstiefs wieder nach oben lösen.
Dass das zweite Quartal etwas hinter den Markterwartungen bei Umsatz und Gewinn zurückgeblieben ist, geschenkt. Die Nettoerlöse kletterten nur um sechs Prozent auf 3,81 Milliarden Schwedische Kronen (etwa 345 Millionen Euro). Analysten hatten hingegen ein Absatzplus auf 3,89 Milliarden Kronen erwartet.
Auch das bereinigte EBITA verfehlte mit 417 Millionen Kronen (37,8 Millionen Euro) die Markterwartung in Höhe von gut 432 Millionen Kronen. Munters stellt allerdings eine verbesserte Profitabilität in den kommenden sechs Monaten in Aussicht.
Die Basis dafür legt eine ungebrochene Nachfrage: Im zweiten Quartal explodierte der Auftragseingang um 137 Prozent auf satte 8,7 Milliarden Kronen (788 Millionen Euro), womit die Erwartungen in Höhe von 6,7 Milliarden Kronen pulverisiert wurden. Das ist mehr als der doppelte Umsatz, den Munters für den zurückliegenden Berichtszeitraum gemeldet hat.
Im Zuge der Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien ist auch das Papier von Munters stärker unter Druck geraten. Der Auftragseingang und die positiven Aussagen im Hinblick auf die Profitabilität lassen den schwedischen Nebenwert zurecht um rund acht Prozent steigen.
Blende Aussichten für Munters. Die laufende AKTIONÄR-Empfehlung stand zuletzt zu Unrecht unter Druck. Zusätzliche Fantasie könnte eine Abspaltung oder ein Verkauf der Foodtech-Sparte freisetzen. Dann würde der Markt dem KI-Infrastruktur-Play wohl eine höhere Bewertung zugestehen. Die Aktie bleibt ein klarer spekulativer Kauf (Stopp: 14,00 Euro).
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