Heute öffnet Siemens gemeinsam mit Nvidia das Werk Erlangen für die Presse. Dort muss sich zeigen, ob industrielle KI im echten Betrieb trägt und nicht nur im Labor. Erlangen ist die Blaupause für das Ziel, das beide im Januar auf der CES ausgegeben haben, der weltgrößten Technikmesse in Las Vegas: vollständig KI-gesteuerte, autonome Fabriken. Rückenwind liefert die neue Plattform Intelligence Center X, mit der Siemens KI-Agenten – Programme, die Aufgaben selbstständig abarbeiten – in den Fabrikalltag bringen will.
Siemens-Aktie: Was die KI in der Fabrik schon kann
Im selben Werk hat Siemens im Frühjahr einen humanoiden Roboter des britischen Start-ups Humanoid mit Nvidia-Technik getestet. Er bewegte 60 Behälter pro Stunde, lief mehr als acht Stunden am Stück und griff in über 90 Prozent der Fälle erfolgreich zu. Die Entwicklung dauerte sieben statt der üblichen 18 bis 24 Monate. In Seoul schrumpfte am 13. Oktober die Fehlersuche in einer Chipfertigung mit Intelligence Center X von Tagen auf rund sechs Minuten – allerdings in einer Demo. Das Problem dahinter benennt Siemens selbst: 74 Prozent der KI-Pilotprojekte kommen nie in den Betrieb.
Für die Aktie zählt, wo das Geld hängen bleibt. Das Softwaregeschäft von Digital Industries wuchs im dritten Geschäftsquartal um 15 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro, die Spartenmarge stieg von 14,5 auf 18,7 Prozent. Umsätze zur neuen Plattform nennt Siemens nicht, Palantir verfolgt einen ähnlichen Ansatz, und der Markt ist vorsichtiger geworden.
Die Aktie schloss am Freitag auf Xetra bei 270,65 Euro und hängt unter dem Band aus 50- und 100-Tage-Linie fest. Der Kurs liegt 1,50 Prozent unter der 50-Tage-Linie bei 274,76 Euro und 1,17 Prozent unter der 100-Tage-Linie bei 273,86 Euro – dieses Band ist der erste Widerstand. Darüber warten das Oktober-Hoch bei 280,05 Euro und das 52-Wochen-Hoch bei 291,70 Euro. Unterstützung bietet das Oktober-Tief bei 263,05 Euro, der Kurs liegt 2,89 Prozent darüber. Der lange Trend steht: Die Aktie notiert 4,48 Prozent über der steigenden 200-Tage-Linie bei 259,05 Euro. Fällt das Oktober-Tief, rückt diese Linie als nächste Marke in den Blick.
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