Die Generac-Aktie hat sich am Donnerstag mit einem Plus von fast 19 Prozent an die Spitze des S&P 500 gesetzt.
Hinter dem Sprung steht die Frage, wer die KI-Rechenzentren am Laufen hält, wenn das Netz ausfällt – und wie viel davon der Kurs schon vorwegnimmt.
Generac: Warum Amazon Notstrom braucht
Ein KI-Rechenzentrum darf keine Millisekunde ausfallen. Bricht das Netz weg, überbrücken Batterien die ersten Sekunden, dann springen Großgeneratoren an, Dieselaggregate der Megawattklasse. Je wackliger das öffentliche Netz, desto mehr Reserve bauen die Betreiber vor Ort auf. Gegen Raketen und Drohnen hilft aber auch der beste Diesel nicht. Wie verwundbar die Anlagen sind, zeigt ausgerechnet Amazon selbst: Am 15. September räumte die Cloud-Tochter AWS ein, dass Kundendaten, die ausschließlich in Bahrain oder in einer von drei Zonen der Vereinigten Arabischen Emirate lagen, endgültig verloren sind – ein halbes Jahr nach den ersten iranischen Drohnenangriffen. Die Branche lernt daraus: Rechenzentren werden auf mehr Standorte verteilt, in den Emiraten ist sogar von unterirdischen Anlagen die Rede. Für Generac heißt das: Jeder zusätzliche Standort braucht seine eigene Reserve.
Generac: Der Auftrag im richtigen Maßstab
Laut Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC sind zunächst Lieferungen über 2,4 Milliarden Dollar in den Jahren 2027 und 2028 vereinbart. Das sind rund 1,2 Milliarden Dollar pro Jahr – fast das Dreifache der knapp 450 Millionen Dollar, die Generac 2026 insgesamt mit Rechenzentren umsetzen will. Der Auftragsbestand in diesem Markt lag Ende Juli bei 1,6 Milliarden Dollar, Amazon noch nicht eingerechnet. Amazon allein würde die für Ende 2026 geplante Jahreskapazität von gut 1,25 Milliarden Dollar fast vollständig belegen. Generac plant, diese Kapazität bis Ende des dritten Quartals 2027 ungefähr zu verdreifachen.
Der Börsenwert stieg am Donnerstag um rund 1,89 Milliarden auf etwa 12,22 Milliarden Dollar. Bei einer Marge von rund 20 Prozent auf das EBITDA – das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – bringen die fest vereinbarten 2,4 Milliarden Dollar etwa 480 Millionen Dollar EBITDA. Selbst die vollen acht Milliarden ergäben über sieben Jahre nur rund 1,6 Milliarden Dollar EBITDA, also weniger als der Markt an einem Tag eingepreist hat. Der Aufschlag bezahlt also die Wette auf weitere Hyperscaler, die Betreiber riesiger Cloud-Rechenzentren.
Was den Deal besonders macht: Amazon erhält Optionen auf 1,69 Millionen Generac-Aktien zu je 201 Dollar, ausübbar bis 2033 und freigeschaltet in Tranchen, je mehr Generatoren Amazon abnimmt.
Generac verkauft nicht mehr nur Sicherheit fürs Eigenheim im Sturm, sondern die Sekunden, ohne die kein KI-Rechenzentrum rechnet. Wie ernst Amazon es meint, zeigen die Optionen. Der Konzern verdient so an den eigenen Bestellungen mit.
Amazon bleibt ein Basisinvestment im AKTIONÄR-Depot und ist zudem eine laufende AKTIONÄR-Empfehlung.
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