Ist der Iran-Krieg eine Bedrohung für die Banken in der EU? Droht Europa wegen des Konflikts im Nahen Osten eine neue Finanzkrise wie 2008? Die Antwort darauf liefert der zum Wochenbeginn vorgelegte Risikobericht der Europäischen Bankenaufsicht (EBA). Sie lautet kurz und knapp zusammengefasst: nein. Trotzdem stehen Milliarden auf dem Spiel.
Die Aufseher sehen die europäischen Geldhäuser derzeit gut gewappnet. Die Bankenbrache verfügt laut EBA über eine starke Kapitalausstattung, reichlich Liquidität und eine solide Qualität ihrer Vermögenswerte. Die Kennzahlen unterstreichen das: Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag Ende 2025 stabil bei 16,3 Prozent, die Eigenkapitalrendite blieb mit 10,4 Prozent im zweistelligen Bereich. Auch die Liquidität war weiterhin komfortabel, die Liquiditätsdeckungsquote (LCR) erreichte mehr als 163 Prozent.
Kaum nennenswertes Engagement
Ein Blick auf die direkten Risiken im Nahen Osten relativiert die Sorgen zusätzlich. Ende 2025 waren Banken aus der EU und dem Europäischen Wirtschaftsraum mit rund 132 Milliarden Euro in der Region engagiert. Das entspricht weniger als 0,5 Prozent der gesamten Vermögenswerte der Branche. Von den 132 Milliarden Euro entfielen rund 47 Milliarden Euro auf Kredite an Banken und Finanzunternehmen sowie etwa 33 Milliarden Euro auf Nicht-Finanzunternehmen. Der Großteil des Engagements konzentriert sich auf die Vereinigten Arabischen Emirate, dahinter folgen Katar und Saudi-Arabien. Eine systemische Gefahr wie in der Finanzkrise 2008 ist damit aktuell nicht erkennbar.
Statt dem Krieg im Nahen Osten dürften für die Kursentwicklung der Deutscher Bank und der Commerzbank vielmehr die allgemeine Marktentwicklung sowie das Übernahmeangebot der UniCredit für die Kursentwicklung von Commerzbank entscheidend sein. Wie DER AKTIONÄR berichtete, hat sich das Chartbild bei Deutschlands größtem Geldhaus massiv eingetrübt, beim Rivalen kritisierte Konzernchefin Bettina Orlopp dagegen erneut das Übernahmeangebot der Unicredit.
Während die Deutsche Bank unlängst ausgestoppt wurde, bleiben Anleger bei der Commzerbank weiter an Bord und beachten den Stoppkurs des AKTIONÄR. Überdies sollten sich Anleger vom Iran-Krieg nicht verunsichern lassen: Langfristig gesehen ist die Börse aus jedem Krieg gestärkt hervorgegangen. Wie Trader in jeder Marktlage erfolgreich sind, verrät Ihnen indes das Buch „Der Allwetter-Trader“ von Tom Basso. Dieses finden Sie hier.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 15:00