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11.08.2021 Nikolas Kessler

Hacker erbeuten 600 Millionen Dollar in Krypto – und geben einen Teil zurück

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Bitcoin

Bei einem Hackerangriff auf das Krypto-Projekt Poly Network haben Cyberkriminelle Kryptowährungen im Wert von 600 Millionen Dollar gestohlen. Die Betreiber der Plattform wollen die Coins nun mit Hilfe der Krypto-Community ausfindig machen – und richten einen Appell an die Diebe.

Die Hacker haben dabei offenbar eine Schwachstelle in der Programmierung von Poly Network ausgenutzt. Dabei handelt es sich um eine Decentralized-Finance-Plattform (DeFi), die verschiedene Blockchains verbindet.

Nach Berechnungen der Krypto-Sicherheitsfirma SlowMist sollen dabei digitale Assets der Poly-Network-Nutzer im Wert von rund 610 Millionen Dollar erbeutet worden sein – darunter Ether im Wert von 273 Millionen Dollar und USD Coin im Wert von 85 Millionen Dollar und Tether im Wert von 33 Millionen Dollar. Die Experten gehen davon aus, dass der Coup von langer Hand geplant war.

Poly Network fordert Rückgabe der Beute…

Poly Network hat den Vorfall am Dienstag bestätigt und fordert die Hacker auf, die gestohlenen Assets zurückzugeben. „Die Summe, die ihr gehackt habt, ist die größte in der Geschichte von DeFi. Strafverfolgungsbehörden auf der ganzen Welt werden dies als schwere Wirtschaftskriminalität werten und euch verfolgen“, heißt es darin. Die Coins hätten sie nicht Poly Network, sondern zehntausenden Mitgliedern der Krypto-Community gestohlen.

Zudem haben die Verantwortlichen von Poly Network via Twitter die bisher bekannten Wallet-Adressen veröffentlicht, auf die die gestohlenen Coins transferiert wurden. Zusammen mit der Community und den Betreibern von Wallets und Exchanges hoffen sie, die Assets sowie deren Diebe ausfindig zu machen. Den Experten von SlowMist ist es laut Medienberichten gelungen, Hinweise zur Identität der Täter zu ermitteln.

…und hat damit Erfolg

Der etwas verzweifelte Versuch, die Hacker zur Rückgabe ihrer Beute zu bewegen, scheint offenbar Früchte zu tragen. Via Twitter hat Poly Network am Mittwochnachmittag verkündet, dass die Hacker einen Teil der gestohlenen Coins wieder zurück transferiert haben. Assets im Wert von fast fünf Millionen Dollar seien bereits wieder bei der Plattform angekommen.

Was die Hacker zur Rückgabe der Coins bewegt hat, ist bislang noch unklar. Denkbar ist, dass sie lediglich Öffentlichkeitswirksam auf die Sicherheitslücke bei Poly Network aufmerksam machen wollten. Blockchain-Experte Tim Robinson äußert im Gespräch mit CNBC dagegen einen anderen Verdacht.

Blockchain-Technologie kann Schlimmeres verhindern

Kryptowährungen zu stehlen, sei das eine – sie zu waschen und unbemerkt eintauschen zu können, sei dagegen viel schwerer. Grund sei die Transparenz der Blockchain und die umfangreichen Möglichkeiten zur Analyse von Blockchain-Transaktionen, so Robinson. „Vor diesem Hintergrund haben die Hacker beschlossen, dass es am sichersten ist, die gestohlenen Assets einfach zurückzugeben.“

Festzuhalten ist in dem Zusammenhang, dass der Diebstahl erst durch eine Sicherheitslücke in den Programmen von Poly Network möglich wurde – und der Fehler nicht bei den gestohlenen Kryptowährungen liegt. Diese deshalb per se als unsicher abzustempeln, geht zu weit. Schließlich macht auch keiner Euro oder Dollar dafür verantwortlich, wenn sie bei einem Banküberfall gestohlen werden.

Hinweis auf Interessenskollision:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Bitcoin, Ethereum.

Autor Nikolas Kessler ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Bitcoin.

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