Diese Zahlen machen Angst – DAX bald viel tiefer?

Diese Zahlen machen Angst – DAX bald viel tiefer?
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Thomas Bergmann 27.03.2020, 11:45 Thomas Bergmann

Die Allianz rechnet wegen der Corona-Pandemie mit einer beispiellosen Pleitewelle in der Eurozone. Je nach Dauer des Shutdowns wird die Wirtschaftsleistung in der Zone zwischen 1,8 und 4,4 Prozent einbrechen. 13.000 kleinere und mittlere Unternehmen seien in Europa von einer Insolvenz bedroht. Keine guten Aussichten für die Börsen.

DAX (WKN: 846900)

Sollte der Shutdown in Europa einen Monat dauern, erwartet die Allianz unter Berücksichtigung des Binnennachfrageschocks und des durch die Ausbreitung von Covid-19 verursachten Rückgangs der internationalen Handelsströme, dass das BIP der Eurozone im Jahr 2020 um -1,8 Prozent schrumpfen wird. Dauert er einen Monat länger, dürften es -4,4 Prozent sein. 

Im Laufe des Jahres rechnen die Experten mit einem Umsatzrückgang im verarbeitenden Gewerbe um 12 bis 18 Prozent. Die Unternehmen der Eurozone haben zwei Probleme. Auf der Einkaufsseite steigen wegen der Angebotsknappheit die Preise, zudem stehen wegen des Nachfrageschocks die Verkaufspreise unter Druck. Zumindest böten längere Ölpreisrückgänge und die Regierungspolitik eine gewisse Unterstützung.

Nach Einschätzung der Allianz waren vor dem Ausbruch des Coronavirus 13.000 KMU in der Eurozone (7% der Gesamtzahl) bereits gefährdet. Die Krise könnte sie nun in die Zahlungsunfähigkeit treiben.

Die am stärksten gefährdeten Sektoren sind demnach das Baugewerbe, die Agrar- und Ernährungswirtschaft und der Dienstleistungssektor. Insgesamt erwartet die Allianz einen Anstieg der Insolvenzen in Westeuropa um 16% im Jahr 2020. Staatliche Interventionen zur Unterstützung von Unternehmen (Steuerstundungen, staatliche Darlehen und Garantien usw.) sollten dazu beitragen, die Gesamtzahl der Konkurse zu limitieren. Dennoch erwarten wir eine deutliche Zunahme der Insolvenzen insbesondere in Italien (+18%), Spanien (+17%) und den Niederlanden (+21%). Deutschland (+7%), Frankreich (+8%) und Belgien (+8%) würden ebenfalls mehr Insolvenzen sehen.

Noch lassen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie nicht beziffern. Fakt ist: Je länger der Ausstand dauert, desto schlimmer wird es für die Wirtschaft. Notenbanken und Regierungen haben zwar einen massiven Rettungsschirm aufgespannt, doch man wird nicht alle Firmen retten und alle Arbeitsplätze erhalten können. Das wird den Druck auf den DAX erhöhen. Kurzfristig sind deshalb noch einmal schwächere Kurse sehr wahrscheinlich.

#Wirbleibenzuhause

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