Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal 1,85 Milliarden Euro nach Steuern verdient – Rekord für ein drittes Quartal und deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten. Ihr Ertragsziel von rund 33 Milliarden Euro für 2026 will die Bank jetzt sogar übertreffen.
Deutsche-Bank-Zahlen: Was hinter dem Rekordquartal steckt
Die Bank hatte vorab selbst eine Analystenschätzung von 1,70 Milliarden Euro Nachsteuergewinn veröffentlicht, nach 1,82 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Erwartet war also ein Rückgang, geliefert wurde ein Plus. Beim verwässerten Gewinn je Aktie fällt der Abstand noch deutlicher aus: 94 Cent statt der geschätzten 77 Cent.
Das Ertragsplus kam diesmal nicht aus dem Handelssaal, wo die Bank mit Anleihen und Währungen handelt, sondern aus dem ruhigeren Geschäft. Die Erträge, also alle Einnahmen, stiegen um 3,63 Prozent auf 8,34 Milliarden Euro. Vier Fünftel des Zuwachses lieferten die Sparten, die die Bank gezielt ausbaut, vor allem Firmenkunden und Vermögensverwaltung. Die Unternehmensbank, zuständig für Zahlungsverkehr und Handelsfinanzierung von Firmen, verdiente vor Steuern 743 Millionen Euro statt der erwarteten 639 Millionen. Im zweiten Quartal hing der Rekord noch am Handel.
Ganz ohne Haken ist das Zahlenwerk nicht. Bei den Erträgen trat die Investmentbank auf der Stelle, ihr Vorsteuergewinn stieg vor allem dank niedrigerer Kosten und geringerer Belastungen im Kreditbuch auf 1,08 Milliarden Euro. Die Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite lag mit 501 Millionen Euro über der Prognose von 488 Millionen und 20,1 Prozent über dem Vorjahr, belastet durch Gewerbeimmobilien und einen Einzelfall in Asien. Das sind Kratzer, keine Risse: Die Bank verdient auch dann Rekordgeld, wenn der Handel nicht mitzieht.
Die Aktie ging am Dienstag mit 28,9 Euro aus dem Xetra-Handel und liegt damit 19,5 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 35,9 Euro vom 8. September. Die 200-Tage-Linie verläuft bei 30,1 Euro und fungiert als erster Widerstand, der Kurs notiert 3,99 Prozent darunter. Darüber warten die 100-Tage-Linie bei 31,6 Euro und die 50-Tage-Linie bei 32,1 Euro. Nach unten bildet der Bereich um 26 Euro die Unterstützung: Dort drehte die Aktie Anfang Mai nach ihrem Halbjahrestief von 25,8 Euro nach oben. Ein Sprung über die 200-Tage-Linie würde den Abwärtstrend seit September durchbrechen, ein Rutsch unter 26 Euro die Korrektur verlängern.
Was Vorstandschef Christian Sewing und Finanzchef Raja Akram heute ab 11 Uhr in der Analystenkonferenz zu Ausschüttungen und Ertragsziel sagen, lesen Sie im Laufe des Tages beim AKTIONÄR.
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