Der DAX hat die vergangene Woche mit einem Rekord beendet. Am Freitag kletterte der deutsche Leitindex um 0,7 Prozent auf 26.569 Punkte und markierte im Handelsverlauf bei 26.618 Zählern ein neues Allzeithoch. Zum Wochenstart dürften die Karten allerdings neu gemischt werden. Nach einem US-Militärschlag gegen iranische Raketenwerfer in der Straße von Hormus zieht der Ölpreis deutlich an, während die Börsen in Asien unter Druck stehen.
- Der Leitindex beendete den Freitag bei 26.569 Punkten und markierte bei 26.618 Zählern ein neues Allzeithoch. Zum Wochenauftakt dürfte es jedoch leicht abwärts gehen.
- Nach dem US-Angriff auf iranische Raketenwerfer steigt Brent am Morgen über die Marke von 90 Dollar.
- Um 14 Uhr werden die vorläufigen deutschen Verbraucherpreise für August veröffentlicht.
An der Wall Street hatten die Anleger am Freitag ebenfalls vorsichtiger agiert. Der Dow Jones schloss nahezu unverändert bei 53.560 Punkten. Der S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 7.712 Zähler, die Nasdaq gab 0,5 Prozent auf 26.402 Punkte nach. Vor allem Halbleiterwerte standen unter Druck. Nvidia büßte 4,5 Prozent ein, Marvell verlor sogar 10,3 Prozent. Auf Wochensicht konnten die großen US-Indizes dennoch zulegen.
In Asien fällt die Reaktion zum Wochenstart deutlich negativer aus. Neben den Verlusten in Japan und Südkorea stehen auch die chinesischen Märkte unter Druck. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im August zwar von 49,2 auf 49,8 Punkte. Damit blieb das Barometer aber unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Der Index für den Dienstleistungssektor verharrte bei 49,0 Punkten. Die Aussichten für den deutschen Aktienmarkt sind daher am Montag zunächst getrübt. Der Broker IG taxiert den DAX vorbörslich rund 0,2 Prozent schwächer bei 26.541 Zählern.
Ölpreise ziehen an
Für zusätzlichen Gegenwind sorgt der Ölmarkt. Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat sich über das Wochenende deutlich verschärft. US-Streitkräfte haben nach Angaben des US-Zentralkommandos CENTCOM zwei iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak in der Straße von Hormus getroffen. Nach US-Darstellung waren die Systeme darauf vorbereitet, Seeminen in der wichtigen Meerenge auszubringen. Teheran kündigte Vergeltung an.
Die Entwicklung ist für die Finanzmärkte von großer Bedeutung. Durch die Straße von Hormus werden normalerweise rund 20 Millionen Barrel Öl pro Tag transportiert. Entsprechend sensibel reagiert der Ölmarkt.
Brent zur November-Lieferung verteuerte sich am frühen Montag um rund zwei Prozent und notierte zeitweise über 90 Dollar je Barrel. WTI kletterte ebenfalls um rund zwei Prozent auf gut 85 Dollar.
Inflation liefert den nächsten Impuls
Verbraucherpreise für August. Im Juli war die Teuerungsrate auf 2,8 Prozent gestiegen. Die Kernrate des Harmonisierten Verbraucherpreisindex lag bei 2,6 Prozent. Die Inflationsdaten kommen damit zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Nach der Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh in Jackson Hole ist die Zinsdebatte ohnehin wieder in Bewegung geraten. Warsh hatte die Inflation als zu hoch bezeichnet und die Preisstabilität in den Mittelpunkt gestellt. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September sprang daraufhin auf 57 Prozent.
Autowerte weiter im Fokus
Am Freitag hatten vor allem die Autowerte den DAX angeschoben. BMW war mit einem Plus von 4,5 Prozent stärkster DAX-Titel. Volkswagen legte 3,2 Prozent zu, Mercedes-Benz gewann 3,0 Prozent. Auch Continental rückte um 1,3 Prozent vor.
Die Rüstungswerte standen dagegen unter Druck. Rheinmetall verlor 1,6 Prozent. Zum Wochenstart dürfte sich das Bild zunächst verändern. Während steigende Ölpreise und die geopolitische Unsicherheit auf den Gesamtmarkt drücken, könnten die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten bei Rüstungsaktien erneut für Bewegung sorgen.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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