Börsen-Achterbahn: So handeln clevere Anleger richtig
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14.04.2021 Nikolas Kessler

Bitcoin: 70.000, 75.000, 80.000 Dollar – wer bietet mehr?

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Bitcoin

Nach dem Ausbruch über das bisherige Allzeithoch von Mitte März hat der Bitcoin seine Kletterpartie in der Nacht auf Mittwoch fortgesetzt und am Morgen bei rund 64.500 Dollar einen neuen Höchststand erreicht. Die Chancen auf eine Fortsetzung der Rallye stehen nun gut.

Mit dem Ende der Konsolidierung im Bereich der 60.000-Dollar-Marke und dem Sprung über das März-Hoch erkundet der Bitcoin-Kurs derzeit neue Höchststände. Auf einen solchen Ausbruch hat der Kurs in der Vergangenheit entweder mit einer Korrektur aufgrund von Gewinnmitnahmen oder dem Aufbau von bullishem Momentum und einer dynamischen Fortsetzung der Rallye reagiert. Vom Branchenportal coindesk.com befragte Krypto-Experten erwarten ganz klar Letzteres.

Das sagen die Experten

Joe DiPasquale, CEO von BitBull Capital, rechnet nach dem Bruch des Widerstands im Bereich von 62.500 Dollar damit, dass der Bitcoin bis Ende Mai die nächste runde Marke von 70.000 Dollar erreicht. Alex Blum von Two Prime hält bereits in den nächsten zwei Wochen einen Anstieg auf 72.000 Dollar für möglich – nämlich dann, wenn der Bitcoin auch weiterhin den Projektionen des bislang erstaunlich exakten Stock-to-Flow-Modells folgt.

Matt Blom, Trading-Chef bei Equos, hat die Marke von 65.000 Dollar als erste Hürde auf dem Weg zum „nächsten großen Ziel“ von 70.000 Dollar identifiziert. Solange der Bitcoin-Kurs im aktuellen Trendkanal bleibt, könnte er aber bereits im Mai oberhalb von 80.000 Dollar neue Höchststände markieren. Auf dem Weg dorthin könnte die Volatilität aber hoch bleiben und kurzfristige Gewinnmitnahmen die Stimmung drücken, warnt der Experte.

Coinbase-Debüt als möglicher Kurstreiber

Garrick Hileman, Head of Research bei Blockchain.com, verweist zudem auf den Börsengang der US-Kryptobörse Coinbase am heutigen Mittwoch (14. April). Die erhöhte Aufmerksamkeit könne auch am Kryptomarkt selbst für neue Höchststände sorgen. Er sehe vom aktuellen Niveau aus noch „signifikantes Aufwärtspotenzial“.

Auch Oanda-Analyst Edward Moya rechnet damit, dass das Börsendebüt von Coinbase Auswirkungen am Kryptomarkt haben wird – hält dabei allerdings auch einen Dämpfer für möglich. Aber: „Wenn der Bitcoin den Bereich von 60.000 Dollar nach dem Coinbase-Debüt verteidigen kann, könnte ihn das bullishe Momentum bis in den Bereich von 75.000 Dollar tragen“, so Moya.

Coinbase kommt am Mittwoch per Direct Listing an die New Yorker Tech-Börse Nasdaq. Dort wurde im Vorfeld ein Referenzpreis von 250 Dollar pro Aktie festgelegt, was eine Bewertung von mindestens 67,6 Milliarden Dollar für Coinbase bedeutete. Analysten trauen dem Unternehmen allerdings auch eine Bewertung von 100 Milliarden Dollar und mehr zu.

Der Coinbase-Börsengang ist ein wichtiges Event für die Krypto-Szene und dürfte sich kurzfristig auch im Bitcoin-Kurs bemerkbar machen. DER AKTIONÄR rechnet mittel- und langfristig aber ohnehin mit einer Fortsetzung der Rallye. Die spekulative Kaufempfehlung gilt daher weiterhin.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Bitcoin.

Autor Nikolas Kessler ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Bitcoin.

Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "AKTIONÄR Depot" von DER AKTIONÄR.

Mit Material von dpa-AFX.

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